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02.02.2008

Verkehrsverbünde ausweiten

Mit sieben Sitzen sind die Grünen die viertstärkste Kraft im Kreistag des Enzkreises. Bei den Kommunalwahlen 2004 und 1999 hatten die Enzkreis-Bürger öfter "Grün" gewählt als die Pforzheimer. Für die Kreistags-Grünen zeigt deren Sprecherin Gerda Langohr Entwicklungslinien für den Enzkreis auf.

Wo liegen die Stärken von Pforzheim?

Gerda Langohr: Die Stärke des Enzkreises liegt nicht in einzeln herausragenden Faktoren, sondern in einer Mischung positiver Gegebenheiten: Eine reizvolle Landschaft lädt mit Naturparks und sehenswerten Orten zu Naherholung und Tourismus ein, die vielfältigen Sozialeinrichtungen, eine große Integrationsfähigkeit der Bevölkerung, kulturelle Angebote sowie die befriedigende Verkehrserschließung sorgen für eine hohe Lebensqualität im Kreisgebiet, die von der bodenständigen Wirtschaft und starken Kommunen getragen wird.

Was sind die Schwächen des Enzkreises?

Gerda Langohr: Als großer Mangel ist zu beklagen, dass dem aus vier Anteilen 1973 zusammengestückten Landkreis ein Mittelpunkt fehlt, der weithin wahrgenommen werden und die Bevölkerung einbinden könnte. Weder die vormalige Gebietsreform noch die jüngst erfolgte Neuordnung der Verwaltung haben den Zustand beseitigt, dass innerhalb des Landkreises ein eigenständiger Stadtkreis Pforzheim mit zahlreichen Doppelstrukturen besteht.

So wird selbst bei guter Zusammenarbeit die Entwicklung einer optimalen Infrastruktur behindert, obwohl dies auf engem Raum doch dringend geboten wäre.

In welcher Richtung muss sich der Enzkreis in Zukunft entwickeln?

Gerda Langohr: Der Enzkreis sollte alle Vorteile der nahen Großräume Stuttgart und Karlsruhe nutzen und darum am Zusammenschluss der Verkehrsverbünde arbeiten. Gleichzeitig gilt es, sich vor den Auswüchsen der Ballungsräume zu hüten, die sie sich im ausufernden, strukturlosen Flächenverbrauch und in teilweise irreparablen Umweltschäden zeigen.

Der Enzkreis sollte vielmehr selbstbewusst seine "weichen Standortfaktoren" pflegen und fördern - sie sind im Blick auf ökologische und soziale Belange von wachsender Bedeutung.