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Mal wieder eine Falschmeldung zu den Facebook-AGB. Solche Widersprüche nützen nichts, sind sinnlos und geben allenfalls Anlass zur Häme im Netz.
Mal wieder eine Falschmeldung zu den Facebook-AGB. Solche Widersprüche nützen nichts, sind sinnlos und geben allenfalls Anlass zur Häme im Netz. © Screenshot Facebook
05.07.2016

Verweigerern der Facebook-AGB hilf nur eines: Account löschen

Nicht schon wieder! Die Flut der AGB-Verweigerer, die Facebook keine Rechte mehr auf Text und Bild zugestehen wollen, reißt nicht ab. Jetzt startet gerade eine neue Runde des kompletten Unsinns. Und immer wieder sind neue Urheberrechts-Spezialisten unterwegs, die allesamt einer wenig intelligenten, aber scheinbar doch wirksamen Falschmeldung aufgesessen sind.

„Frist morgen!!!“ So beginnt der Post der Facebook-AGB-Verweiger. Dringender kann man es nicht beschreiben – gleich drei Ausrufezeichen erzeugen ein Klima zwischen Alarm und Angst. Nur welches „morgen“ gemeint ist, bleibt unklar. Und weiter geht es mit den Fragezeichen: „Es kostet nichts für eine einfache Kopie und Paste, besser sicher als Nachsicht.“ Welche Paste? Pastete vielleicht? Auf jeden Fall klingt die Übersetzung vom Englischen ins Deutsche etwas schwerfällig, auch für Leser mit viel „Nachsicht“.

„Channel 13 News sprach über die Änderung in der Datenschutzrichtlinie von Facebook“. Damit ist ja wohl alles bewiesen. Das muss seriös sein. Aber wer oder was ist Channel 13 News?

Das schräge Deutsch der Einleitung prägt auch die nächsten, nicht immer vollständigen Sätze, in denen von Erlaubnis und Verbot die Rede ist. Und dieses pseudojuristische Wortgeklingel sollen die Facebookmitarbeiter zielgenau und möglichst automatisch lesen und sofort zur Kenntnis nehmen, um prompt zu reagieren? Zwischen dem Post von der Mittagspausenpizza und dem eine Stunde später folgenden öffentlichen Bekenntns „Ey, Alder, is mir schlecht!!!“. Und das bei 28 Millionen Facebooknutzern in Deutschland. Wer glaubt das eigentlich, dass da jemand bei Facebook sitzt und alle persönlichen Posts der 28 Millionen Mitmenschen liest – und das, ohne im Meer der Belanglosigkeiten unterzugehen oder irreparabel verrückt zu werden.

„Die Verletzung der Privatsphäre kann durch Gesetz (UCC 1-308-1 1 308-103 und das Rom-Statut) geahndet werden.“ Aha. Da wird man jetzt zittern bei Facebook. Rom-Statut – das hat etwas mit einem internationalen Gerichtshof zu tun. Der hat sich allerdings nicht auf AGB-Verletzungen, sondern auf Kriegsverbrechen spezialisiert. Und das „UCC 1-308-1 1 308-103“ könnte auch die Nummer des Motorblocks eines Autos vom Schrottplatz sein. Sieht juristisch astrein aus, ist aber nur heiße Luft.

Weiter geht es mit den Fragwürdigkeiten: „Alle Mitglieder müssen so einen Zettel schreiben.“ Einen Zettel schreiben. Und dann an den Bildschirm kleben? Oder bei Facebook in den Firmenbiefkasten werfen? Wenn man denn überhaupt so etwas findet.

„NICHT teilen“, heißt es zum Schluss der AGB-Verweigerung. Offensichtlich aber wird dieser Unfug munter geteilt. Facebook und Ahnungslosigkeit – das passt zusammen wie Dick & Doof.

Dabei ist es so einfach, sich gegen die AGB von Facebook zu wehren. Man löscht seinen Facebook-Account, bei dessen Einrichtung ja man die AGB lesen und akzeptieren musste. Statt diese sinnlosen Falschmeldungen zu teilen und zu posten, einfach den einzigen richtigen Schritt machen: Account löschen. Ein letzter Freundesdienst für die genervten Facebookfreunde.