nach oben
Solar-Technologien auf der ganzen Welt gefragt, wie hier auf Sizilien. Foto: Degerenergie
Solar-Technologien auf der ganzen Welt gefragt, wie hier auf Sizilien. Foto: Degerenergie
Das Steuerungsmodul der Horber Firma DEGERenergie richtetSolarmodule immer auf den energiereichsten Punkt am Himmel aus. Foto: Degerenergie
Das Steuerungsmodul der Horber Firma DEGERenergie richtetSolarmodule immer auf den energiereichsten Punkt am Himmel aus. Foto: Degerenergie
15.12.2011

Visionäre machen den Nordschwarzwald zum Hightech-Standort

Die Wiege der bedeutenden Firmen, die sich schon sehr früh mit regenerativen Energien befasst haben, steht eindeutig im Nordschwarzwald. Unter den Gründern der ersten Stunde befinden sich Visionäre, Innovationstreiber und Idealisten. Einige der Unternehmen sind heutzutage Weltmarktführer. Zum Beispiel DEGERenergie in Horb.

1999 hat Artur Deger im südlichen Teil der Region Nordschwarzwald die DEGERenergie GmbH gegründet. Am Hauptsitz in Horb sowie in den Niederlassungen und bei Zulieferern sind fast 400 Mitarbeiter beschäftigt. Produziert wird in Deutschland, Kanada und den USA. 2001 erhielt das Unternehmen den Erfinderpreis des Landes Baden-Württemberg für das sogenannte MLD-Steuermodul DEGERconecter. MLD steht für Maximum Light Detection.

Die von Artur Deger entwickelte patentierte Technologie ermöglicht es, „die Erträge von solaren Kraftwerken durch intelligente Steuerung zu maximieren“, heißt es in der Beschreibung. Die Funktionsweise: Die Solarmodule werden mithilfe des DEGERconecters immer in Richtung zum energiereichsten Punkt am Himmel ausgerichtet. Die MLD-geführten Solaranlagen erzielen damit bis zu 45 Prozent mehr Ertrag als starr installierte Systeme. Mit rund 45000 installierten Systemen in mehr als 45 Ländern behauptet sich das Nordschwarzwald-Unternehmen bislang unangefochten als Weltmarkt- und Technologieführer.

Markus Elsässer ist ein weiteres Beispiel für visionäres Denken. Er war seiner Zeit um Jahrzehnte voraus. Der Geschäftsführer der Solar Promotion GmbH (Pforzheim) stieg in das Geschäftsfeld der Erneuerbaren Energien ein, als es die Bezeichnung „grüne Technologien“ noch gar nicht gab und als diese Art der Energieerzeugung geringschätzig als Phantasterei belächelt wurde. Elsässer hielt durch. Mit Erfolg. Das Unternehmen veranstaltet Messen und Kongresse mit dem Schwerpunkt auf regenerative Energien und umweltverträgliche Produkte.

Rückblende: Der dramatische Unfall im Kernkraftwerk von Tschernobyl im Jahr 1986 ist für den Maschinenbau-Studenten Elsässer, Jahrgang 1969, der Auslöser seiner Vision: Energie darf nicht mehr atombasiert erzeugt werden. Fasziniert ist er von alternativen Modellen, über die berichtet wird. Er besucht zahlreiche Seminare und Kongresse, die sich mit der schadlosen Nutzung der Natur als Energiequelle befassen. Schließlich ist er mit dabei, als im Jahr 1991 der Arbeitskreis für Umwelttechnologie in der Pforzheimer Stadthalle eine eintägige Veranstaltung organisiert. Inhalt: Vorträge über den Einsatz der Sonnenenergie. Zudem stellen fünf Solarfirmen ihre Produkte vor. In den folgenden Jahren wächst die Zahl der Aussteller und Besucher. Bald ist die Stadthalle zu klein und die Messe zieht von Pforzheim nach Freiburg. Doch auch in der Breisgaumetropole ist das Hallen- und Freiflächen-Potenzial von etwa 25000 Quadratmetern schnell ausgereizt. 2008 erfolgt der Umzug aufs neue Messeareal nach München – gemeinsam mit der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (FWTM) als Partnerveranstalter.

Im Juni 2011 bilanziert die „Intersolar Europe“ nach Messeschluss: 2286 Aussteller, 76738 Besucher aus 154 Ländern sowie 2543 Teilnehmer aus 60 Ländern auf dem begleitenden Intersolar-Kongress und bei den „Side Events“. Die Ausstellungsfläche in der bayrischen Metropole wuchs von anfangs 100000 auf rund 170000 Quadratmeter. Das Solar-Promotion-Zugpferd Intersolar hat sich damit zur weltweit größten Fachmesse für Solartechnik entwickelt. Indes blieb Elsässer seinem Firmensitz treu: Von der Goldstadt aus werden die weltweiten Aktivitäten gesteuert.

Veranstaltungsorte neben München: San Francisco/USA, Mumbai/Indien und Peking/China. Weitere Messen veranstaltet Elsässers Unternehmen in Stuttgart (Pelletsmesse) und Freiburg (Gebäude, Energie, Technik – GET).

Bemerkenswert: Auch für den Schokoladenfabrikanten Alfred T. Ritter (Ritter Sport) war das Tschernobyl-Jahr 1986 ein entscheidender Impuls: „Wir müssen unsere Energie künftig anders gewinnen.“ Als er für sein eigenes Haus keine umweltgerechte Heizanlage fand, gründete er kurzerhand die Firma Paradigma. Seit 1989 entwickelt das Unternehmen ökologische Heizsysteme. Seit 1994 befindet sich der Unternehmenssitz in Karlsbad-Langensteinbach, unweit von Pforzheim. Rund 160 Mitarbeiter sind dort im kaufmännischen Bereich, in Forschung und Entwicklung, Beratung, Marketing, Vertrieb und Logistik tätig. Sie werden unterstützt von zwei Tochterfirmen, Ritter Solar und RNO Kesselfabrik in Dettenhausen bei Stuttgart, mit weiteren 160 Mitarbeitern.

Firmengründer Ritter erhielt zahlreiche Auszeichnungen: Öko-Manager des Jahres, Prognos-Zukunftspreis, Bundesverdienstkreuz, deutscher Solar-Sonderpreis und den Umwelt-Nana-Preis der Umwelt-Akademie. Paradigma entwickelt und vertreibt thermische Solaranlagen, umweltfreundliche Pelletsheizungen sowie moderne Gasheizungen.

 

www.DEGERenergie.de

www.intersolar.de

www.interpellets.de

www.get-freiburg.de

www.paradigma.de