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Roman Glaser, Präsident des baden-württembergischen Genossenschaftsverband, spricht vor den geladenen Gäste im VolksbankHaus.  Foto: Ketterl 

Volksbank Pforzheim feiert 150-jähriges Bestehen

Pforzheim. Auf den Tag genau vor 150 Jahren haben in Pforzheim mutige Mitbürger mit der Gründung des Vorschussvereins den Grundstein für die heutige Volksbank Pforzheim gelegt. Daran erinnerte am Freitag Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Bossert bei der Jubiläumsfeier im Pforzheimer VolksbankHaus.

Unterstützt wurde dabei von vielen Zeitzeugen: Langjährigen Kunden, Mitarbeitern und Weggefährten, die über Videobotschaften präsent waren. Darf man das Jubiläum heute überhaupt noch feiern? fragte Bossert eingangs. Schließlich hätte der gute Ruf der Banken in den vergangenen Jahren gelitten. Niedrigzinsen, Kostendruck und wachsende Regulatorik machen auch der Volksbank Pforzheim schaffen. Doch die starken Wurzeln und die regionale Verbundenheit zeichneten das genossenschaftliche Geldinstitut auch in Zukunft aus. Und wer den vielen lobenden Worte in den Filmbeiträgen lauschte, hat keinen Zweifel, dass die Bank einen wichtigen Stellenwert im wirtschaftlichen Leben der Goldstadt spielt.

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Volksbank Pforzheim feiert 150-jähriges Bestehen

„Die Ideen von Karl Marx und Friedrich Wilhelm Raiffeisen sind jetzt 200 Jahre alt.“ Daran erinnerte Roman Gläser, Präsident des des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands in seinem Grußwort. Während sich der Kommunismus gesellschaftlichüberlebt habe, sei das Genossenschaftswesen nach wie vor erfolgreich. An dessen Zukunft glaubt auch Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken. Vor 150 Jahren gründeten mutige Menschen in Pforzheim ihre Volksbank. „Diese Menschen hatten damals den Mut und die Weitsicht sich aus der Not heraus sich selbst zu helfen, weil klar war, dass niemand sonst es tun würde“, heißt es in der Festschrift. „Im Zeitalter von social media würde man dieses Handeln wohl Crowdfunding nennen.“ Denn nichts anderes als eine Gruppenfinanzierung war die Gründung dieser Darlehenskasse auf Gegenseitigkeit. Die Mitglieder schufen gemeinsam, was der Einzelne alleine nicht geschafft hätte und taten sich zu einer Solidargemeinschaft zusammen, um das wirtschaftliche Wachstum und das Wohl der Gemeinschaft trotz der damaligen Finanzknappheit zu fördern. „Seit ihrer Gründung wird unsere Bank von unseren Mitgliedern und Kunden getragen und leistet seit 150 Jahren einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung von Fortschritt und Wohlstand in Pforzheim und der umliegenden Region“, betonte Vorstandsvorsitzender Jürgen Zachmann. Inzwischen haben Kriege, Wirtschafts- und Währungskrisen gewütet, es gab Währungsreformen, eine europäische Währungsunion sowie über die Jahre hinweg Zusammenschlüsse mit umliegenden Finanzhäusern, und so präsentiert sich die Volksbank Pforzheim im Jubiläumsjahr „grundsolide und kerngesund“.

So wie man alle vergangenen Aufgaben bewältigt habe, werde man auch die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen meistern, versicherte Zachmann. „Es gehöre zu den Stärken der Bank, wandlungs- und zukunftsfähig zu sein, ohne die traditionellen Wurzeln und den Auftrag gegenüber Mitgliedern und Kunden zu vergessen.“ Kundennähe, Vertrauen und Loyalität seien die Grundpfeiler des Handelns. „Unsere Mitarbeiter und ihre Kunden kaufen ihre Brötchen beim selben Bäcker.“