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20.04.2011

Vom Hobbykicker zum Toptorjäger des TuS Ellmendingen

Er ist jung, extrem schnell und vor dem Tor eiskalt. Frederik Beck. 21 Jahre. Stürmer bei der TuS Ellmendingen. Das Besondere: Noch vor Kurzem kickte Beck in seiner Freizeit für den CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) auf dem Ellmendinger Bolzplatz, jetzt ist er der Toptorjäger des Fußball-A-Ligisten. Seine beeindruckende Bilanz: Zehn Tore in acht Spielen.

Damit hat er in den wenigen Rückrunden-Spielen sogar seine Teamkollegen Jochen Schoeny und Stephan Kohtz (beide 8 Saisontreffer) überholt, nur Kevin Heider (12) ist noch besser in Schuss.

Von null auf hundert, vom Hobbykicker zum Toptorjäger – wie kam’s?

„In der Wintervorbereitung stand er plötzlich da und hat gefragt, ob er mittrainieren darf“, erinnert sich sein Coach Klaus Kerler. „Ich wollte schon immer mal richtig mit dem Fußballspielen anfangen, aber meine Eltern waren dagegen“, sagt Beck, der in Weiler wohnt. Onkel und Tante betreiben dort die „Mühle Beck“. Erste „Gehversuche“ auf dem Sportplatz machte Frederik bei den A-Junioren des ASV Arnbach und FC Nöttingen, dann kam allerdings ein Auslandsaufenthalt in Texas dazwischen.

Im Winter stand der Wirtschaftsingenieur-Student also auf dem Ellmendinger Trainingsplatz. Mit dabei sein Kumpel Marvin Bär, der jetzt ebenfalls in der Ersten spielt. Coach Kerler hatte damals keine Ahnung, welches Talent in Beck schlummerte. Doch nach den ersten Ballkontakten war klar: Der Kerl hat’s Toreschießen voll drauf!

Sein Weg in die Erste sollte – so wie es sich eigentlich gehört – über die Zweite führen. Doch für Beck kam es anders. Gleich im ersten Rückrundenspiel gegen den SV Hohenwart bekam er seine Chance – und nutzte sie. Beim 4:1-Sieg erzielte er drei Tore. Was für ein Einstand! Seitdem ist der Angreifer mit der braunen Mähne aus der Startelf nicht wegzudenken und von seinen Gegenspielern nur schwer zu stoppen.

Becks Stärken – Kerler kennt sie: „Fredi ist wahnsinnig schnell, beidfüßig- und kopfballstark. Er kann ein Spiel lesen, läuft super in die Freiräume und haut vor dem Tor nicht einfach drauf, sondern sucht sich die Ecken. Außerdem ist er sehr lernbegierig“, zählt der 51-Jährige auf.

„Ich hab früher nur Freizeitturniere gespielt, meine Stärken liegen also mehr auf dem Kleinfeld. Im taktischen Bereich und bei Schüssen aus der Distanz habe ich noch ein bisschen Nachholbedarf“, gibt Beck offen zu. An Kondition mangelt es dem Spieler mit der Trikotnummer 9 jedenfalls nicht. Die hat er sich ab dem sechsten Lebensjahr als Leichtathletik-Mehrkämpfer des TV Neuenbürg geholt. Und warum kann er ein Spiel so gut lesen? „Vermutlich kommt das vom Schachspielen“, so Beck, der für den Oberligisten USG Baden-Baden die Figuren hin und her schiebt. „Hier ist Konzentration gefordert“, weiß der 21-Jährige und verweist auf Felix Magath. „Der spielt ja auch Schach.“

Sein Vorbild ist allerdings Arjen Robben. „Er ist torgefährlich, spielt schnörkellos und effizient – das passt zu mir“, sieht der TuS-Stürmer kleine Parallelen zum Offensivmann des FC Bayern München.

Robben hat gerade einmal acht Tore auf seinem Konto. Wie viele will denn Beck in dieser Runde noch schießen? „Wenn’s am Schluss 17 bis 18 sind, wäre das super“, meint der schmächtige Goalgetter, fürchtet dabei aber um seine Spardose. „Angeblich muss man beim TuS für jedes Tor ein Kasten Bier zahlen“, sagt Beck und hält kurz inne. „Aber ich weiß gar nicht, ob das offiziell ist.“

Wie auch immer. Für Ellmendingen („Cooler Verein, tolle Leute“) will Beck weiter die Bombe zünden. Trainer Klaus Kerler hat deshalb schon Bedenken, dass andere Vereine nach der Runde ihre Fühler nach dem Toptorjäger ausstrecken werden. „Deshalb schreibsch’ lieber nix“, sagt er zum PZ-Sportredakteur. Zu spät!

Für Sturmtalent Denis Thomalla von der TSG Hoffenheim ist die Saison voraussichtlich frühzeitig beendet. Der 18-Jährige aus Büchenbronn zog sich im Spiel der U23-Mannschaft gegen Wehen-Wiesbaden II einen Riss der vorderen beiden Außenbänder im rechten Sprunggelenk zu. Thomalla, der regelmäßig mit dem Profikader trainiert und zu vier Kurzeinsätzen in der Bundesliga kam, wird rund sechs Wochen pausieren müssen. Den Lehrgang mit der U19-Nationalmanschaft Ende April in der Sportschule Kaiserau muss Thomalla absagen.

Dass eine Fusion zweier Vereine durchaus ohne Nebengeräusche und auch mit sportlichem Erfolg über die Bühne gehen kann, beweist die GU-Türkischer SV Pforzheim in der Kreisklasse A2 Pforzheim. Die Mannschaft von Spielertrainer Nevzat Özdemir (37) steht acht Spieltage vor dem Saisonende an der Tabellenspitze und hat neun Punkte Vorsprung auf die Spvgg Coschwa (48). Da dürfte eigentlich nichts mehr anbrennen, zumal die Türken bisher nur eine Niederlage kassiert haben. „Die Mannschaft ist nach der Fusion schnell zusammengewachsen. Wir haben tolle Spieler, aber vor allem ist der Teamgeist unsere große Stärke“, weiß der Vereinsvorsitzende Sinisa Gülec (55). Energie tankte die Mannschaft zuletzt vor dem Spiel gegen FC Birkenfeld II bei einem reichhaltigen Frühstück im Parkhotel. Laut Gülec hatte Geschäftsführerin Andrea Scheidtweiler der gesamten Fußball-Crew einen „guten Preis“ gemacht. Die ging hinterher gestärkt auf den Platz und schlug Birkenfeld souverän mit 4:1.

Große Pläne hat der Verein für die neue Runde. Das Ziel heißt: Durchmarsch in die Landesliga. Dafür macht der Trainer weiter, die Mannschaft bleibt zusammen, drei, vier neue Spieler sollen noch verpflichtet werden, gibt Gülec bekannt. Forciert werden soll die Jugendarbeit. Geplant ist bei den B- und A-Junioren eine Spielgemeinschaft mit der PSG 05 Pforzheim.