nach oben
Auch Helene Fischer stellte sich bei der "Ice Bucket Challenge" mutig unter das Eiswasser.
fischer-cold-water
21.08.2014

Von Helene Fischer bis George W. Bush: Eiswasser und kein Ende

Berlin (dpa) - Helene Fischer (30) macht es im BH, George W. Bush (68) mit Humor. Die Liste der Prominenten, die für den guten Zweck mit einem Eimer Wasser duschen, wächst und wächst. Eine hält sich bei der Spendenaktion lieber bedeckt: Angela Merkel. «Ich bitte um Verständnis, dass wir grundsätzlich nicht darüber berichten, wem die Bundeskanzlerin persönlich Geld spendet», schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag auf Twitter.

Aus den USA kam eine traurige Nachricht. Einer der Pioniere der Internetaktion zugunsten der Nervenkrankheit ALS starb laut US-Medien bei einem Badeunfall. Spendensammler Corey Griffin (27) sprang demnach am Wochenende am Hafen von Nantucket (Massachusetts) ins Wasser und ertrank. Sein Freund Pete Frates, ein ALS-Patient, gilt als Aushängeschild der Aktion. Dabei überschütten sich die Leute entweder mit Eiswasser oder spenden. Man kann auch beides tun. Bevor sich die Teilnehmer duschen, nominieren sie drei Kandidaten, mitzumachen.

Auch in der Region erhält die Challenge eine rege Teilnahme (PZ-news berichtete).

Prominent muss man bei der «Ice Bucket Challenge» nicht sein, aber es hilft natürlich bei den Klicks im Internet. Fußballer Marco Reus hatte Helene Fischer herausgefordert. Die Schlagersängerin, Liebling der Nationalmannschaft, stellte sich durchtrainiert der «Challenge», was ihr einen Platz auf den Titelseiten und Hunderttausende «Gefällt mir»-Daumen bei Facebook bescherte.

Ob Lady Gaga oder Bill Gates: Die Aktion verbreitet sich seit Wochen rasant. In Deutschland machten Promis wie Matthias Schweighöfer und Natascha Ochsenknecht mit. «Bild»-Chefredakteur Kai Diekmann forderte Ex-Bundespräsident Christian Wulff heraus. Auch Barack Obama war schon dran. Er kam um eine Dusche herum. Das Weiße Haus kündigte eine Spende des US-Präsidenten an, als ihn eine der Kennedys nominiert hatte.

Ex-US-Präsident George W. Bush nahm es mit texanischem Witz. «Ich finde nicht, dass es präsidiabel für mich ist, mit Eiswasser übergossen zu werden, deswegen schreibe ich euch einfach einen Scheck», sagt er im Video. Dann verpasst ihm seine Frau Laura eine Ladung Wasser. Als Kandidaten brachte Bush seinen Vorgänger, «meinen Freund Bill Clinton», ins Spiel.

Mal abgesehen von lustigen Videos - worum geht es eigentlich? ALS, in den USA auch als Lou-Gehrig-Syndrom bekannt, ist eine seltene und tödliche Krankheit. Sie führt zu Nervenzerstörungen und Muskellähmungen. Der Maler Jörg Immendorff starb daran. Der Physiker Stephen Hawking lebt dank einer künstlichen Beatmung seit Jahrzehnten mit ALS. Die Krankheit ist laut Experten zwar nicht heilbar, aber zu behandeln, wobei sich der Patient darauf einstellen muss, im gelähmten Körper eingeschlossen zu sein.

Die «Ice Bucket Challenge» spaltet. Manche sind genervt von den vielen Videos im Netz und sehen sie als Jux, bei dem es mehr um die Show als um die Sache geht. Aber die Wirkung ist laut der amerikanischen ALS-Organisation enorm: In wenigen Wochen kamen 31,5 Millionen Dollar (23,8 Millionen Euro) Spenden zusammen - im Vorjahreszeitraum waren es 1,9 Millionen Dollar. Auch die ALS-Ambulanz an der Berliner Charité profitierte schon davon.

Und wie denkt eine Betroffene? Die Leipziger ALS-Patientin Yvonne Weindel findet die Aktion schön. «Das ist eine pfiffige Sache, weil man damit auch die Leute trifft, die sich sonst einen Scheißdreck dafür interessieren», sagte die 41-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. Es geht für sie eben mal nicht um Mitleid und Betroffenheit. «Es ist einfach mal witzig. Auch in meinem Leben gibt es doch viel Witziges.»