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Schulungen spielen bei Haushahn eine große Rolle. Stefan Müller ist Prokurist und Kundendienstleiter bei dem Aufzug-Spezialisten. Foto: Doris Löffler
Schulungen spielen bei Haushahn eine große Rolle. Stefan Müller ist Prokurist und Kundendienstleiter bei dem Aufzug-Spezialisten. Foto: Doris Löffler © Doris Löffler
14.12.2011

Von himmelwärts bis tief unter die Erde

„Hollywood kann jeden Aufzug öffnen. Wir nicht“, sagt Jonas Ahrens. Der Servicetechniker von Haushahn spielt mit dieser Aussage auf die Horrorszenen in manchen Filmen an, bei denen Aufzugkabinen spektakulär in die Tiefe jagen oder Menschen durch ungesicherte Fahrstuhltüren in dunkle Schächte stürzen. Das sei Kintopp-Latein, meint Ahrens. Die Realität sieht laut Ahrens so aus: Sobald sich eine Kabine deutlich schneller als beabsichtigt nach unten bewege, reagiere die Fangvorrichtung und die Anlage bleibe stehen.

„Sicherheit hat in Deutschland oberste Priorität“, macht auch Vertriebsingenieur Karl Walz deutlich. Ein Passagier in einem stecken gebliebenen Aufzug sei der maximale, aber seltene Unglücksfall. Indes: Der 24-Stunden-Service von Haushahn sorge dafür, dass eine derartige Notlage der Betroffenen nach einem Alarmruf zeitlich eng begrenzt bleibe und kein weiterer Schaden für Leib und Leben entstehe.

Drei Schwerpunktbereiche bearbeitet das Stuttgarter Traditionsunternehmen, das im Nordschwarzwald, wie überhaupt in Süddeutschland stark verankert ist:

Schwerpunkt 1: Der Neubau von Aufzugsanlagen in Wohn- und Geschäftshäusern sowie in Kliniken und Seniorenanlagen. „Wir sind in allen Leistungs- und Größenbereichen aktiv“, sagt Stefan Müller, Prokurist und Kundendienstleiter. Ab einer Tragekraft von 300 Kilogramm, einer Förderhöhe ab zwei Metern und zwei Stationen „bis nach oben offen“, für Haushahn gebe es kein Limit, sagt Müller. Die maxLine-Linie sei speziell auf den Lastentransport ausgerichtet.

Schwerpunkt 2: Die Modernisierung, bei Haushahn „modLine“ genannt: „Wir decken hier das ganze Spektrum ab“, erklärt Vertriebsingenieur Walz. Von der Teilmodernisierung bis hin zur kompletten Erneuerung reicht die Bandbreite.

Schwerpunkt 3: Der herstellerunabhängige Service. Haushahn übernimmt auch die Wartung anderer Marken. In Stuttgart und Berlin gibt es Schulungszentren für die Ausbildung an Anlagen aller Hersteller. „Wir haben insbesondere in Süddeutschland ein dichtes Servicenetz“, erklärt der Prokurist. Alleine im Nordschwarzwald seien acht Servicetechniker unterwegs. „Kurze, schnelle Anfahrten und hohe Verfügbarkeit sind unsere Stärke“, sagt Müller.

Derzeit sind allein in Deutschland insgesamt rund 650.000 Aufzuganlagen installiert, sagt Christian Vohrer von der Haushahn-Geschäftsleitung. Die Zahl dieser Beförderungsanlagen werde weltweit deutlich zunehmen. Gründe: Die Weltbevölkerung steige im Zwölf-Jahres-Rhythmus um jeweils eine Milliarde Menschen. Megastädte mit gigantischen Hochhäusern entstehen, um das Einwohnerwachstum aufnehmen zu können. Als Beispiel nennt Vohrer die chinesische Stadt Shenzhen: 1979 seien dort gerade mal knapp 30.000 Einwohner gezählt worden. Heute lebten in der boomenden Wirtschaftsmetropole knapp elf Millionen Menschen.

„Solche Megastädte sind eine Herausforderung an Logistik und Transportsysteme“, so der Haushahn-Experte. Und: „Es ist eine Herausforderung für Hersteller von Aufzügen.“ Geräusche müssten gering und der Energieverbrauch niedrig gehalten werden, außerdem müsse der Fahrkomfort stimmen. Und Geschwindigkeit spielt eine große Rolle: Statt der üblichen 1,6 Meter pro Sekunde steige die Beförderungsgeschwindigkeit auf das Doppelte. In den höchsten Gebäuden der Welt, etwa im 828 Meter hohen Burj Khalifa in Dubai, liege das Tempo sogar bei 18 Metern pro Sekunde, was rund 64 Stundenkilometern entspricht.

Derartige Maximalzahlen sind bei den Installationen im Nordschwarzwald noch nicht erforderlich. Haushahn-Aufzüge mit moderater Geschwindigkeit fahren beispielsweise in den Gebäuden der Sparkasse und der Volksbank sowie bei Galeria Kaufhof in Pforzheim. Sie befördern die Bewohner im Wohnpark Eisingen – nach deren Aussage – seit einigen Jahrzehnten mit großer Zufriedenheit. Auch die Versandhäuser der Goldstadt sowie Maschinenbauer Arburg in Loßburg lassen mit Haushahn befördern. Hinzu kommen Installationen an Standorten von Porsche oder Daimler – um nur einige Referenzadressen zu nennen, bei denen Haushahn hoch hinaus geht.

Unterdessen wird auch der Demografiewandel den Aufzugherstellern die Auftragsbücher füllen. Haushahn bietet rollstuhlgerechte Kabinen mit entsprechenden Einbauten für die Barrierefreiheit an. Und nicht zuletzt sind es die gesetzlichen energetischen Anforderungen, die den Einbau von ökologisch verträglichen Aufzugsanlagen erfordern.

Neben seinen Höhenflügen geht der Stuttgarter Aufzugspezialist auch in die Tiefe. Prokurist Stefan Müller weist auf einen außergewöhnlichen Aufzug seines Hauses im Nordschwarzwald hin: Mitten im Stausee der Wasserversorgung Kleine Kinzig (bei Freudenstadt) gibt es einen Entnahme-Turm unter Wasser. Über den 70 Meter in die Tiefe führenden Haushahn-Aufzug gelangt man zum Kontrollraum der Wasserversorgung.

1998 wurde das Unternehmen in den Schindler-Konzern integriert. „Wir arbeiten flexibel wie ein Mittelständler, haben aber die Durchschlagskraft eines Konzerns im Rücken“, sagt der Kundendienstleiter. In der Gruppe arbeiten 850 Menschen, davon 350 in der Stuttgarter Zentrale. Haushahn feiert im kommenden Jahr sein 125-jähriges Bestehen.

Mehr Informationen unter www.haushahn-gruppe.de