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Jürgen Trittin, Spitzenkandidat der Grünen.
Jürgen Trittin, Spitzenkandidat der Grünen. © dpa
16.09.2013

Vorwürfe gegen Trittin in Pädophilie-Debatte

Berlin. Der Spitzenkandidat der Grünen, Jürgen Trittin, gerät in der Pädophilie-Debatte der Partei persönlich unter Druck. Als Stadtratskandidat in Göttingen verantwortete er 1981 presserechtlich das Kommunalwahlprogramm der dortigen Alternativen-Grünen-Initiativen-Liste (AGIL), das dafür warb, gewaltfreie sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen nicht zu bestrafen.

Den Vorwurf erheben die Politologen Franz Walter und Stephan Klecha in einem Beitrag für die Tageszeitung «taz». Trittin nannte das in dem Blatt «zutreffend». Er sprach von einem Fehler, den er bedauere. Nicht nur die Grünen seien in ihrer Gründungsphase in den 80er Jahren dem Druck von Interessengruppen ausgesetzt gewesen, die den Missbrauch von Kindern legalisieren wollten, erklärte Trittin. «Dies war in der Göttinger AGIL eher noch ausgeprägter. Es war gerade ihr Selbstverständnis, die Forderungen einzelner Initiativen – in diesem Fall der Homosexuellen Aktion Göttingen – eins zu eins zu übernehmen.»

Diesen falschen Forderungen sei die AGIL nicht energisch genug entgegengetreten. «Dies ist auch meine Verantwortung. Und dies sind auch meine Fehler, die ich bedauere.»

Walter und Klecha kritisieren zudem «die Sprachlosigkeit der grünen Führungsriege» in der Affäre generell. «Sie legt einen gravierenden Verlust des zuvor so strotzenden Selbstbewusstseins offen – gerade in der moralischen Hybris, die Partei der Guten zu sein», schreiben sie. Beklagt wird «ein Gemisch aus Ratlosigkeit, Lähmung, ja: Furcht vor der Debatte».