nach oben
Der Rhein ist in Baden-Württemberg zwischen Iffezheim und Mannheim wegen Hochwassers gesperrt. Der Neckar-Pegel ist dagegen noch stabil.
Der Rhein ist in Baden-Württemberg zwischen Iffezheim und Mannheim wegen Hochwassers gesperrt. Der Neckar-Pegel ist dagegen noch stabil. © dpa
Kein verfrühter Aprilscherz, kein vertauschtes Archivbild – am Heiligabend gab es in Bayern einen deutschen Wärmerekord. Die rund 20 Grad nutzten Jugendliche für ein erfrischendes Bad im Chiemsee. 
Kein verfrühter Aprilscherz, kein vertauschtes Archivbild – am Heiligabend gab es in Bayern einen deutschen Wärmerekord. Die rund 20 Grad nutzten Jugendliche für ein erfrischendes Bad im Chiemsee.  © dpa
24.12.2012

Wärmerekord in München - Hochwasser-Rhein 38 Stunden lang gesperrt

Mit fast sommerlichen 20,7 Grad ist am Montag in München ein deutschlandweiter Temperatur-Rekord für einen Heiligabend seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erreicht worden. Unmittelbar zuvor hatte Freiburg mit 18,5 Grad einen neuen deutschlandweiten Rekord aufgestellt. Wenig Spaß am warmen Wetter haben dagegen die Rheinschiffer, die wegen Hochwasser zwischen Rastatt und Mannheim nicht mehr fahren durften.

Bis dahin hatten Baden-Baden sowie das badische Müllheim den Rekord gehalten. Dort waren 1983 jeweils 17,8 Grad an einem Heiligabend erreicht worden. Schon am Mittag waren die Temperaturen in ganz Bayern rasch gestiegen. Bei dem frühlingshaften Wetter waren die Straßencafés gut besucht und im Englischen Garten war auf den Bänken am Seehaus kaum noch ein freier Platz in der Sonne zu ergattern. Cabriofahrer drehten ihre Runden mit offenem Verdeck.

Etwas weiter nordwestlich hat das warme Wetter allerdings einen feuchten Nebeneffekt: Die mit der Wärme verbundene Schneeschmelze und die vielen Regenfälle der vergangenen Tage haben den Rhein anschwellen lassen, während der Neckar bislang noch nicht extrem bedrohlich wirkte.

Der Rhein war zwischen Iffezheim (Kreis Rastatt) und Mannheim wegen Hochwassers für die Schifffahrt gesperrt worden. Der Fluss hatte den kritischen Pegel von 7,50 Meter in Maxau überschritten.

Vor dem Stadthafen in Karlsruhe schlossen die Behörden als weitere Schutzmaßnahme ein Hafentor, das den Anstieg des Pegels im Stadtbereich verhindern soll. Die Wasserschutzpolizei sei am Montag verstärkt am Rheinufer im Einsatz, sagte ein Sprecher. Die Beamten klärten Besitzer über die Gefahren für ihre am Ufer angebundenen Boote auf und warnten Spaziergänger auf den Dämmen. Der Pegel des Neckars war laut Hochwasservorhersagezentrale stabil.

Nach knapp 38 Stunden war die Schifffahrt auf dem Rhein zwischen Iffezheim und Germersheim in Rheinland Pfalz wieder freigegeben. Das Hochwasserschutztor in Karlsruhe sei ebenfalls wieder geöffnet, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Dienstag. Der Schiffsverkehr könne die Strecke aber vorläufig nur mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde wieder befahren, um die Dämme nicht zu beschädigen. Ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes schloss jedoch nicht aus, dass es zu einer erneuten Sperrung kommen könnte. Für das Rheintal wird - so die Prognose - durch Niederschläge auch in den kommenden Tagen ein Anstieg des Pegels erwartet.

Das andere Extrem erleben die Menschen in Russland. Der klirrende Frost hat dort landesweit bereits Dutzende Menschen das Leben gekostet. Mehr als 1200 Menschen mussten wegen Erfrierungen in Kliniken betreut werden. Besonders eisig war es mit minus 32 Grad im Dorf Tscherusti im Osten des Moskauer Gebiets, wie die Agentur Itar-Tass am Montag meldete.

Angesichts des kalten Wetters durften Eltern selbst entscheiden, ob sie ihre kleinen Kinder in die Grundschule schicken. Die Schulen hätten geöffnet, Fehlzeiten würden aber nicht als Schwänzen gewertet, teilte die Schulbehörde mit.

Allein am Sonntag erfroren sieben Menschen, darunter ein Kind. Experten gehen aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Vor allem für Obdachlose stehen kaum warme Orte mit heißer Verpflegung oder Notquartiere bereit.

Im Osten des Riesenreichs war es mit Temperaturen von unter minus 40 Grad noch deutlich kälter. Das Zivilschutzministerium schickte ein Flugzeug mit 60 Öfen in die südsibirische Teilrepublik Tuwa. In der Region an der Grenze zur Mongolei fiel bei tagelangen Frösten zum wiederholten Male ein Heizkraftwerk aus.

Leserkommentare (0)