nach oben
Chicago Drahtseilakt © dpa
03.11.2014

Wallenda hat doppelten Drahtseilakt über Chicago geschafft

Chicago (dpa) - Nik Wallenda hat den doppelten Drahtseilakt über Chicago geschafft. Der Hochseilartist ging am späten Sonntagabend (Ortszeit) in 200 Metern Höhe trotz Kälte und Wind ein 138 Meter langes Drahtseil zwischen zwei Wolkenkratzern bergauf und überwand dabei einen Höhenunterschied von 25 Metern.

Bildergalerie: Drahtseilakt über Chicago

Nur Minuten später stieg er noch einmal auf ein anderes Seil und ging mit verbundenen Augen knapp 30 Meter. Die monatelang vorbereitete Aktion dauerte zusammen nicht einmal zehn Minuten.

«Es war eine Steigung von 19 Grad, nicht nur 15 wie geplant. Als ich vor dem Seil stand, dachte ich, mein Gott, dass geht ja direkt senkrecht nach oben», sagte Wallenda nach dem Kunststück. «Ich musste mich zusammenreißen, weil ich in Gedanken schon beim zweiten Lauf, den mit der Augenbinde, war. Ich musste mich wirklich konzentrieren und den ersten Lauf durchbringen. Irgendwann habe ich mir gesagt: Nik, konzentriere Dich und bringe Deinen Hintern da heil rüber.» Der zweite Lauf sei dann «gefühlt in drei Sekunden» vorbei gewesen.

Der Amerikaner hat nach eigenen Angaben neun Guinnessbuch-Rekorde. «Aber darum geht es eigentlich nicht. Wir sind Artisten in siebter Generation, ich gehöre einfach aufs Seil. Deshalb will ich weitermachen.» Alles sei eine Frage der Vorbereitung: «Ich habe monatelang trainiert und das hat sich heute ausgezahlt. Ich wäre sehr dankbar, wenn die Menschen, die das gesehen haben, die Botschaft mitnehmen: Du kannst alles erreichen, wenn Du hart arbeitest.»

Wallenda hatte die Aktion seinem Urgroßvater Karl gewidmet. Der in Magdeburg geborene Artist war 1978 bei einem ähnlichen Kunststück zwischen zwei Hochhäusern in Puerto Rico in den Tod gestürzt.

Nik Wallenda sagte jetzt, er habe noch keine konkreten Pläne für sein nächsten Projekt. «Aber mein Urgroßvater hat 1973 in Georgia einen unglaublichen Lauf gemacht in 600 Fuß Höhe über 1000 Fuß.» (etwa 180 Meter hoch über gut 300 Meter) «Das möchte ich unbedingt mal machen. Und mein Urgroßvater wird irgendwie mit dabei sein.»