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18.06.2008

Was ich noch zu sagen hätte

Der Ausdruck „Sandwich-Kind“ für das mittlere Kind von drei Geschwistern ist Euch sicherlich geläufig. Aber wisst Ihr auch, was eine „Sandwich-Frau“ ist? Ich bin zum Beispiel eine - und das ist der Grund, weshalb ich mich leider von Euch für längere Zeit verabschieden muss!

Eine Sandwich-Frau ist, geschmeichelt gesagt, ein Wesen mittleren Alters, das sich zwischen den Generationen befindet und sowohl für die ältere(n) als auch für die jüngere(n) sorgen muss beziehungsweise will. Unbestritten gibt es natürlich auch Sandwich-Männer, aber in der Mehrzahl sind es wohl doch die Frauen, die sich zusätzlich zu ihrer sonstigen Tätigkeit in beide Generationsrichtungen hin fürsorglich engagieren. In guten wie in schlechteren Zeiten.

In guten Zeiten, wenn Ältere und Jüngere einmal so richtig pflegeleicht sind, fühlt sich die zwischen ihnen eingebettete Sandwich-Frau wohl und geborgen. Sie genießt die Auf- und Anregung durch ihre Kinder und Kindeskinder und ist froh über die Hilfestellungen, Tipps und Erzählungen der reiferen, oft sogar weisen Eltern, mitunter sogar Großeltern. In solchen Phasen kann sie noch frei atmen und für ihre eigenen Belange agieren.

Ehe man/frau es sich aber versieht, kann sich das schöne Blatt wenden. Da wird die Sandwich-Frau „von oben“ gedrückt und geknufft und „von unten“ gekniffen und gebissen. Mitunter muss sie auch als starke Pufferzone und vermittelnde Kraft zwischen den Gewalten herhalten. Sie fühlt sich bald gequetscht, ihre Atmung wird schwerer, sie strampelt in alle Richtungen und hält dennoch die sie umgebenden Hälften zusammen. Das Sandwich soll ja nicht gänzlich auseinander fallen!

Auch wenn sich bei ihr gerade die Metamorphose von Frau zu armem Würstchen vollzieht! (Hurra, wieder ein Fremdwort, lieber Lehninger aus Lehningen!) Das Sandwich-Würstchen muss nun aufpassen, dass es nicht durch das viele Zerren und Saugen an ihm zu platzen beginnt - bis zum Herauslaufen des eigenen Saftes!

Nein, zu diesem dramatischen Würstchen-Erlebnis lassen wir cleveren Sandwich-Frauen es nun doch nicht kommen. „ Man muss aufhören, sich essen zu lassen, wenn man am besten schmeckt.“ (Also sprach Nietzsche in seinem „Zarathustra“ vom freien Tode.)

Was nun mich betrifft: Ich muss „dann mal weg“, weil mich die Generationshälften unseres Familiensandwiches gerade so richtig akut brauchen. Vergnügungen wie das Bloggen mit Euch müssen leider erstmal unterbleiben. Und so sage ich mit einem weinenden Auge: „Tschüß, Ihr Lieben!“

P.S.: Was ich noch zu sagen hätte:

Wer sich noch an den Blog „und er läuft und läuft und läuft“ erinnert, wird sich freuen, dass Bradley Cohen seine Tortur überstanden hat und mit „Beute“ für die beiden Waisenhäuser heimgekommen ist. (Für Kuunika hat er 2505 englische Pfund sammeln können!) Näheres könntet Ihr aber dem entsprechenden Link in oben genanntem Blog entnehmen.