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Es sterben zwar immer weniger Menschen auf deutschen Straßen, aber die Zahl der Unfälle nimmt zu. Dem enstprechend müssen auch die Versicherer mehr für Blechschäden zahlen.
Es sterben zwar immer weniger Menschen auf deutschen Straßen, aber die Zahl der Unfälle nimmt zu. Dem enstprechend müssen auch die Versicherer mehr für Blechschäden zahlen. © Ketterl
07.07.2014

Was kostet uns die Mobilität?

Waren noch im Jahr 1970 erst etwa 16,8 Millionen Autos in Deutschland angemeldet, so hat sich diese Zahl bis zum Jahr 2013 deutlich auf 52,4 Millionen Fahrzeuge erhöht. Gemessen an der deutschen Gesamtbevölkerung von etwa 80 Millionen verfügen also enorm viele Menschen über ein eigenes Automobil. Mobilität ist für die Deutschen offensichtlich ein hohes Gut. Doch was ist der Preis der Mobilität?

Waren früher Wohnort und Arbeitsstelle meist maximal wenige Kilometer voneinander entfernt, so müssen viele Arbeitnehmer heute oft täglich relativ lange Strecken bewältigen. Auch in der Freizeit nehmen viele Menschen mehrmals pro Woche lange Wegstrecken auf sich, um Freunde zu treffen ud Ausflüge zu unternehmen. Möglich ist dies in Deutschland nicht nur durch ein ausgebautes Schienennetz und Straßennetz geworden, sondern auch dadurch, dass immer mehr Bundesbürger über ein eigenes Kraftfahrzeug verfügen. Waren noch im Jahr 1970 erst etwa 13,9 Millionen Autos in Deutschland angemeldet, so hat sich diese Zahl bis zum Jahr 2014 deutlich auf 43,8 Millionen Fahrzeuge erhöht (www.statista.com). Gemessen an der deutschen Gesamtbevölkerung von etwa 80 Millionen verfügen also enorm viele Menschen über ein eigenes Automobil. Die Kosten für diese sich konstant steigernde Mobilität zeigen bei genauem Hinsehen eine interessante Entwicklungskurve - das zeigt die unten aufgezeigte Infografik des Direktversicherers AllSecur (www.allsecur.de).

Plus an Ausstattung sorgt für Kostendruck

Bei vielen technischen Geräten hat sich der Preis in den letzten Jahrzehnten durch Effizienzsteigerungen und Weiterentwicklungen stetig abgesenkt. Nicht so beim Auto als dem liebsten Kind der Deutschen: Hier steigen die realen und von Inflation berichtigten Kosten ständig an. Dieser Umstand liegt darin begründet, dass die heutigen Fahrzeuge mit Autos aus den 1970er-Jahren nicht mehr viel gemein haben. So sind nicht nur die Karosserien mittlerweile stabiler und aufwendiger gestaltet, sondern auch das technische Innenleben bietet Arten des Komforts, wie sie früher undenkbar gewesen wären. Das angenehme Fahrgefühl und die gesteigerte Sicherheit lassen sich die Menschen durchaus etwas kosten: So lag der durchschnittliche Preis für einen Neuwagen im Jahr 1980 bei umgerechnet 8.420 Euro, während man im Jahr 2012 schon bei einem Durchschnittswert von 26.446 Euro angelangt war.

Schnellere Fahrweise und dichte Verkehrs-Kolonnen

Durch die Verdreifachung des Fahrzeugbestandes und die stark gestiegene Kilometerleistung pro gemeldetem Automobil in den vergangenen drei Jahrzehnten kam es auch zu einer merklichen Verdichtung des Gewusels im deutschen Straßennetz. Immer mehr Fahrzeuge auf einem nur unwesentlich aufgebauten Netz von Straßen - da kommt es immer häufiger zu Zusammenstößen. Krachte es 1970 auf deutschen Straßen etwa 1,39 Millionen mal, so lag der Wert der gesamten Unfälle im Jahr 2013 bereits bei etwa 2,38 Millionen (www.destatis.de). Mittlerweile passieren auf deutschen Straßen durchschnittlich etwa 6.500 Unfälle pro Tag.

Weniger Tote trotz gestiegener Blechschäden

Trotz der hohen Unfallzahlen ist die Sicherheit beim Fahren trotzdem gestiegen, nimmt doch schließlich die Zahl der Unfälle mit Todesfolge stetig ab. Waren im Jahr 1970 insgesamt 21.000 Verkehrstote zu beklagen, so fielen im Jahr 2013 noch 3.300 Personen dem Straßenverkehr zum Opfer. Dies ist immer noch eine hohe Zahl, dank Airbags, Gurtpflicht und anderen Sicherheitssystemen müssen aber nun wenigstens schon deutlich weniger Menschen ihr Leben bei Verkehrsunfällen lassen.

Günstiger versichern trotz teurerer Schäden

Aufgrund der technisch hochwertigen Fahrzeuge kommt es auch bei Bagatellschäden heutzutage oft bereits zu astronomisch hohen Kosten. Trotzdem sind die Kosten für die KFZ-Versicherung in Deutschland rückläufig. Das ist darum möglich, weil Direktversicherer ihre Leistungen online anbieten und die für stationäre Ablaufstellen eingesparten Kosten effektiv durch Einsparungen an die Kunden weitergeben.