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Augenklinik-Chefarzt Fabian Höhn lasert eine Notfall-Patientin mit Netzhautloch.
Augenklinik-Chefarzt Fabian Höhn lasert eine Notfall-Patientin mit Netzhautloch. © NAZLII
26.06.2014

Wenn Minuten entscheiden

Notfälle des Auges sind häufig, und nicht selten entscheidet das richtige Vorgehen über die weitere Qualität des Sehens. Richtige Diagnosen und Maßnahmen sind in der ersten Phase vieler Notfallsituationen am Auge für den Patienten und sein Sehvermögen von hoher Bedeutung.

„Wichtig ist, dass der Patient, sobald Symptome wie Blitze oder Rußregen, Schmerzen am Auge oder plötzlicher Sehverlust auftreten, nicht zu lange wartet und sofort einen Augenarzt oder eine Augenklinik aufsucht“, erklärt Dr. Fabian Höhn, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am Klinikum Pforzheim.

Je nach Erkrankung können Stunden oder sogar Minuten für das weitere Sehvermögen entscheidend sein. Ein Beispiel für einen dringlichen Notfall ist die Netzhautablösung. Hierbei ist die Situation der Makula lutea, des gelben Flecks, mitentscheidend. Der befindet sich in der Mitte der Netzhaut und ist der Bereich mit der größten Dichte von Sehzellen. „Solange sich die Makula lutea nicht abgelöst hat, ist es trotz teils großflächiger Netzhautablösung möglich, später ein sehr gutes zentrales Sehen mit Sehschärfen von bis zu 100 Prozent zu erhalten. Sobald sich der ,gelbe Fleck’ jedoch abgelöst hat, ist die Prognose für das zukünftige Sehen deutlich reduziert. Entscheidend ist die schnellstmögliche chirurgische Behandlung in einer spezialisierten Augenklinik“, erläutert Höhn.

Ein anderes Beispiel, bei dem schnelles Handeln ausschlaggebend sein kann, ist der Glaukomanfall. Hier kommt es, bedingt durch eine Abflussblockade im Kammerwassersystem des Auges, zu plötzlichen, sehr hohen Innnendruckwerten, die unbehandelt innerhalb von wenigen Stunden zur totalen Erblindung des betroffenen Auges führen können. Dies lässt sich durch eine schnellstmöglich durchgeführte Laserbehandlung und eine begleitende medikamentöse Therapie sicher verhindern.

Ein weiterer Notfall sind Gefäßschlüsse des Auges. „Diese führen zu einer Unterversorgung der Netzhaut, die größtenteils aus Nervenzellen besteht. Diese Nervenzellen reagieren genauso wie das menschliche Gehirn besonders sensibel auf eine Minderversorgung mit Nährstoffen sowie Sauerstoff und sterben ebenso schnell ab“, beschreibt der Chefarzt der Augenklinik. Hier kann eine umgehend eingeleitete medikamentöse Infusionstherapie, eine ausführliche Untersuchung der Gefäße und des Herzens zum Ausschluss von Verengung und Fehlbildungen oder das Ausschließen bestimmter entzündlicher Gefäßerkrankungen den Patienten vor Erblindung auch auf dem Partnerauge schützen.

Gerade in einer Stadt wie Pforzheim als Zentrum der deutschen Schmuckindustrie, sind Verletzungen des Auges durch Fremdkörper keine Seltenheit. Sie reichen von einfachen Metallteilchen in der Binde- oder Hornhaut bis zu schwersten Perforationen des Augapfels mit Verletzung zahlreicher Strukturen, begleitender Netzhautablösung und Einblutung.

„Diese müssen schnellstmöglich von einem Spezialisten begutachtet und operativ versorgt werden“, betont Höhn. Im Klinikum Pforzheim stehen die neuesten technischen Geräte zur Verfügung, die – kombiniert mit der chirurgischen Expertise und umfangreichen Kenntnissen und Erfahrung in der Versorgung rund um das Auge – bei solchen Notfällen und Verletzungen die bestmögliche Versorgung garantieren.