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Macht Thomas Gottschalk bei "Wetten, dass...?" weiter? © dpa
12.02.2011

"Wetten, dass...?": Gottschalk tritt ab - TV-Ära geht zu Ende

BERLIN. Nach 24 Jahren gibt Thomas Gottschalk die Moderation der beliebten Samstagabendshow «Wetten, dass..?» auf. Zu Beginn der Jubiläumssendung zum 30. Geburtstag der Show in Halle/Saale erklärte der 60-jährige Lockenkopf, er könne nach dem Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch am 4. Dezember «in dieser Show nicht weitermachen, als wäre nichts passiert». Bildergalerie: Unfall bei "Wetten, dass ..." - Thomas Gottschalk bricht Sendung abFür ihn liege ein «Schatten» auf der Sendung, der ihm nicht erlaube, «zu der guten Laune zurückzufinden, die Sie zu Recht von mir erwarten», sagte Gottschalk, der nach Abschluss der Staffel mit der Sommerausgabe in Mallorca aufhören will. Im Herbst soll es noch einmal eine Sondersendung mit Rückblick geben. Über die Zukunft der Show oder einen möglichen Nachfolger sagte er nichts.

ZDF-Intendant Markus Schächter teilte gleich nach Beginn der Show am Samstagabend mit, sowohl Gottschalk als auch «Wetten, dass..?» blieben dem ZDF-Publikum auf jeden Fall erhalten. «Wir planen mit ihm neue Formate für das kommende Jahr und werden jetzt in Ruhe über die Nachfolge in der Präsentation von «Wetten, dass..?» ab 2012 beraten und entscheiden.» In Medienberichten vom Samstag wurde bereits ZDF-Neuzugang Jörg Pilawa als möglicher Kandidat gehandelt.

Gottschalk hatte noch Mitte 2010 seinen Vertrag mit dem Sender bis 2012 verlängert. Die Wende trat am 4. Dezember mit dem Unfall von Samuel Koch ein, der mit Sprungfedern über ein fahrendes Auto springen wollte und sich dabei so schwer verletzte, dass er sich zwei Halswirbel brach und seitdem gelähmt blieb. Nach dem Unfall wurde die Sendung vielfach kritisiert. Gottschalk erklärte jedoch zunächst, er wolle weitermachen.

Doch nun hat sich sein Standpunkt geändert: «Die Hoffnung, der Unfallschock ist von kurzer Dauer, hat sich nicht erfüllt», sagte der Entertainer. Gottschalk wäre aber nicht Gottschalk, wenn auch bei den ernsten Worten des Abschieds noch ein bisschen Spaß dabei wäre: «Was mich ärgert, ist, dass Mubarak mich knapp geschlagen hat.» Der war auch länger im Amt: 30 Jahre.

Gottschalk hatte seine Entscheidung mit der ZDF-Führung abgestimmt. «Ich bin darüber mit Thomas Gottschalk schon seit einiger Zeit im Gespräch», ergänzte Intendant Schächter. «Ich verstehe seine Entscheidung und kann sie sehr gut nachvollziehen. Es ist immer irgendwann einmal der Zeitpunkt gekommen, einen Schlussstrich zu ziehen. Ihn zu finden, ist eine sehr persönliche Angelegenheit.»

Bereits in der «Bild»-Zeitung am Samstag hatte Gottschalk den Rücktritt angedeutet: «Das ist eine Angelegenheit zwischen mir und dem Publikum, das mich über 24 Jahre durch viele Samstagabende begleitet hat», wurde er zitiert. «Heute Abend werde ich diesen Menschen sagen, wie ich mich entscheide. Und ich bin sicher, sie werden mich verstehen.»

Für Gottschalk ist die Show am Samstag die 145. Ausgabe. Er präsentiert die Familiensendung seit 1987, bloß unterbrochen von neun Shows mit dem Entertainer Wolfgang Lippert in den Jahren 1992/93. Seit Oktober 2009 hat Gottschalk die Schweizer Moderatorin Michelle Hunziker (34) als Co-Moderatorin an seiner Seite.

Bereits am 1. April 2006 hatte er dem verdutzten Publikum live seinen Rücktritt angekündigt: Damals handelte es sich jedoch nur um einen Aprilscherz.

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