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Am 23. Februar 1945 fiel das Zeitungshaus an der Poststraße den Bomben zum Opfer. Auf dem Trümmergrundstück wuchs später die "Pforzheimer Zeitung" heran.
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Startschuss am 1. Oktober 1949: Die "Pforzheimer Zeitung" hat sich seit dieser Zeit gegen starke Konkurrenz behauptet und ist zum Marktführer in Pforzheim und Umgebung geworden.
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Rosa und Jakob Esslinger waren stets in ihrem Betrieb präsent und trugen unermüdlich zum Aufbau ihres Unternehmens bei.
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Jeder Buchstaben, jedes Satzzeichen in jeder Schriftart und Schriftgröße hatten seinen festen Platz im Setzkasten.
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Damals ein großer Fortschritt: Mit der Setzmaschine konnte man die tüftelige Handsatz-Arbeit ersetzen.
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Die Bleimatern werden in die Hochdruck-Rotationsmaschine eingespannt.
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Eine Beilagen-Einlegerin bei der Arbeit.
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Für die damalige Zeit ein recht frisches Erscheinungsbild: die "Pforzheimer Zeitung" im Startjahr 1949.
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Farbe im Spiel: Früh hat die "Pforzheimer Zeitung" auf den Farbdruck gesetzt und damit in ihrem Verbreitungsgebiet Maßstäbe gesetzt.
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Ausgezeichnet: Das moderne Erscheinungsbild der "Pforzheimer Zeitung" wurde mehrfach mit internationalen Preisen bedacht.
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22.02.2008

Wie Phönix aus der Asche - Der stete Aufstieg der "Pforzheimer Zeitung" von 1945 bis zur Gegenwart

Nach dem Bombardement vom 23. Februar 1945 sah es zunächst so aus, als würde es in Pforzheim keine Tageszeitung mehr geben, die im Verlagshaus an der Poststraße gedruckt werden könnte. Dort war kein Stein auf dem anderen geblieben. Das Lebenswerk von Jakob Esslinger lag in Schutt und Asche. Und doch sollte daraus in wenigen Jahren die "Pforzheimer Zeitung" entstehen, die führende Tageszeitung in der Goldstadt.

{ImageR}Als am 29. Juli 1947 von den amerikanischen Besatzungsmächten an Dr. Johann Peter Brandenburg und Felix Richter eine Lizenz zur Herausgabe einer neuen Zeitung unter dem Titel „Süddeutsche Allgemeine“ erteilt wurde, war eine Herstellung dieses Blattes in Pforzheim nicht möglich. Wieder lenkte man die Schritte nach Karlsruhe, wo die „SAZ“ bis zum Wiederaufbau der Zeitungsdruckerei an der Poststraße hergestellt war. Mit der Wahl zum Oberbürgermeister schied Dr. Brandenburg aus dem Verlag der „SAZ“ aus. Am 1. Dezember 1949 schied auch Felix Richter aus. Sämtliche Anteile gingen an den Verleger Jakob Esslinger über.

Startschuss für die PZ am 1. Oktober 1949

{ImageR}Am 1. Oktober 1949 erschien im wieder aufgebauten Zeitungshaus die erste Ausgabe der „Pforzheimer Zeitung“. Das Blatt hatte sein im Jahr 1943 gegebenes Versprechen eingelöst, wieder zu erscheinen. Die letzten Jahrzehnte haben der „Pforzheimer Zeitung“ eine stürmische Aufwärtsentwicklung gebracht. Mit weit über 100 000 Lesern ist sie zur größten Tageszeitung in der Region geworden. Es ist ihr zu gute gekommen, dass sie in ihrem technischen Wandel den Geboten der Zeit standgehalten hat.

Die Medien – und hier die Tageszeitungen im Besonderen – stecken heute in der tiefsten wirtschaftlichen Krise der Nachkriegszeit. Grund sind in erster Linie teils massive Einbrüche im Anzeigengeschäft. In den Großverlagen der Republik werden einschneidende Maßnahmen zur Kostenreduzierung ergriffen, was in der Regel mit der Freisetzung von Mitarbeitern, insbesondere Redakteuren, verbunden ist.

Ein eigenes Profil im Konzert der großen Regionalverlage

{ImageR}Kleine Verlage sind in akuter Finanznot, viele kämpfen ums Überleben, einige sind bereits von großen Regionalverlagen geschluckt worden. Im Kreis der mittelständischen Tageszeitungen gilt die „Pforzheimer Zeitung” als ein gut aufgestelltes, solide geführtes Verlagshaus. Aber auch an ihm gehen die konjunkturellen und strukturellen Veränderungen nicht spurlos vorbei.

„Unser Geschäft hat sich im letzten Jahrzehnt stärker verändert als in den fast sechs Jahrzehnten zuvor”, sagt heute PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer. Auch in Fachkreisen hat man mit Interesse das große Investitionstempo verfolgt, mit dem die "Pforzheimer Zeitung" – ohne äußerlichen Pomp – sich für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet hat. In der digitalen Produktion anderen immer schon eine Nasenlänge voraus, gehört das Verlagshaus an Post- und Kiehnlestraße heute zu den guten Adressen in der Zeitungslandschaft.

{ImageR}Nach dem Teil-Erwerb des ehemaligen Post-Areals – gerade auf der anderen Straßenseite – und der dortigen Installation moderner Druck- und Versandraumtechnik ist man nun in eine Konsolidierungsphase eingetreten, wohl wissend, dass Investitionen in der Informations-Technologie heute zu einer geradezu „rollierenden Veranstaltung” geworden sind. „Immerhin”, so der PZ-Verleger, „sind wir heute schon da, wo andere Häuser erst noch hin müssen”.

In der Tat ist die "Pforzheimer Zeitung" auf dem Weg zu einer lokalen Qualitätszeitung weit fortgeschritten. Auch die Branche weiß und würdigt dies. Die PZ wurde von der IFRA, dem Weltverband der Zeitungshersteller, in den „International Newspaper Color Quality Club” aufgenommen; hier sind – nach Absolvierung strengster Kriterien – die 50 bestgemachten Zeitungen weltweit versammelt. Wiederholt ist das Pforzheimer Verlagshaus auch beim European Newspaper Award, dem wichtigsten Zeitungswettbewerb Europas, für beispielhafte redaktionelle und optische Aufarbeitung seiner redaktionellen Inhalte ausgezeichnet worden.

Damit einher ging die Ausweitung der journalistischen Kompetenz. So begreift sich die Zeitung heute auch als Dienstleister, der seinen Lesern einen umfassenden Service und Lebenshilfe bietet.

Den hohen Ansprüchen der Leser gerecht werden

{ImageR}Hinter all diesen Bemühungen steht für Albert Esslinger-Kiefer die Erkenntnis, dass die Zeitungen unverändert über ein großes Leserpotenzial verfügen, im harten Wettbewerb der Medien, angesichts einer schwächelnden Lesekultur und schrumpfender Zeitbudgets aber nur erfolgreich sein können, wenn es ihnen gelingt, jene Bevölkerungskreise anzusprechen, die am politischen, kommunalen und kulturellen Leben interessiert sind. „Und von denen wissen wir”, so der PZ-Verleger, „dass sie an ihre Tageszeitung hohe Ansprüche stellen in Bezug auf die inhaltliche Qualität wie in Bezug auf die Art und Weise, wie ihre Zeitung daherkommt, sauber strukturiert und mit modernem Layout”.

{ImageR}Wenngleich auch die "Pforzheimer Zeitung" massive Einbrüche im Anzeigengeschäft erleidet, – der PZ-Verleger: „Wir leben hier nicht auf einer Insel der Glückseligen” – so gehört es doch zur Grundhaltung der Verlagsleitung, den inzwischen 180 Mitarbeitern – darunter knapp 40 Redakteure – und über 500 Zustellern auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten beizustehen.

„Sparen allein ist noch kein intelligentes Management”, sagt Albert Esslinger-Kiefer und verweist darauf, dass Effizienz und Produktivität, vor allem aber die gewollte Nähe zum Kunden – „Wir verstehen uns als Partner” – immer schon die tragenden Säulen für den wirtschaftlichen Erfolg des Verlages waren und man deshalb nicht erst „lean” werden musste, als sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verändern begannen.

Eine neue Zeitrechnung hat begonnen

{ImageR}Dass der Verlag den tiefgreifenden Wandel in der Medienlandschaft der vergangenen Jahre zur Tugend gemacht hat, zeigt sich auch an PZ-news, dem Online-Auftritt der PZ. Bereits 1997 war die „Pforzheimer Zeitung“ online und zählte damit zu den ersten Verlagen in Baden-Württemberg, die erkannt haben, welchen Stellenwert dieses Medium bekommen wird. Nach gut zehn Jahren, in denen der Online-Auftritt moderat weiterentwickelt wurde, beginnt am 25. Februar 2008 eine neue Zeitrechnung für PZ-news.

Mit einem völlig neuen Internet-Auftritt will der Verlag dem neuen Medien-Nutzungsverhalten Rechnung tragen. Den Ansprüchen von Web 2.0 gerecht werden und gleichzeitig die lokale Kompetenz nicht nur ausnutzen, sondern auch stärken, ist das Ziel, das mit dem neuen Auftritt verfolgt werden soll.

Multimediale Ergänzungen unterstreichen lokale Kompetenz

{ImageR}Ganz praktisch heißt das: Auf PZ-news finden sich künftig Audiobeiträge, Videonachrichten, Nachrichtenticker, Blogs, Forum, E-Paper und anderes mehr. Dabei ist dem Verlag vor allem eines wichtig: Das Internet wird in erster Linie als crossmediale Ergänzung zur Tageszeitung begriffen. „Wir haben dieses Medium immer schon als ein hervorragendes Instrument verstanden, um mit dem alten Medium Tageszeitung Doppelpass zu spielen“, sagt PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer. Dass daraus auch eine Wettbewerbssituation entstehe, sei gewollt. Davon werden Zeitungsleser und Internetnutzer gleichermaßen profitieren.

Profitieren soll die ganze Region von der Arbeit und den Produkten des Verlags J. Esslinger. Vor diesem Hintergrund ist es geradezu konsequent, dass man sich im Jahr 2007 dazu entschloss, ein Magazin für die Region Nordschwarzwald zu produzieren. Das vierteljährlich erscheinende „Wunderbar“ spiegelt die Vielfalt und Anmut des Schwarzwaldes und der sanften Hügellandschaft im Kraichgau wider. Leben, Genuss, Kultur und Innovation – alles, was unsere Heimat zu bieten hat, findet hier Niederschlag. In Form von hintergründigen, unterhaltsamen und spannenden Geschichten und Bildern. Mit anderen Worten: Lesestoff pur und Pflichtlektüre für alle, die sich in Pforzheim und der Region zu Hause fühlen. Damit zeigt der J. Esslinger Verlag, dass er sich vom reinen Zeitungshaus verabschiedet hat.

{ImageR}Weil Zeitungsverlage nach keinen anderen wirtschaftlichen Kriterien geführt werden als jedes andere Unternehmen, ihnen aber doch eine besondere Unternehmenskultur und publizistische Verantwortung anhaftet, ist es Albert Esslinger-Kiefer ein Anliegen, die Weichen für die Unternehmens-Nachfolge rechtzeitig zu stellen. Verkaufen war für den kinderlosen Verleger nie eine Überlegung. Getragen von dem festen Willen, dieser Stadt und ihrer Region eine eigenständige, in allen Bereichen unabhängige Tageszeitung zu erhalten, hat er deshalb eine Stiftung gegründet die – flankiert von einer Verwaltungsgesellschaft – Garant dafür sein soll, dass dieses Vorhaben gelingt. Die Jakob und Rosa Esslinger-Stiftung hat vor vier Jahren ihre Arbeit aufgenommen.

Teil 1 der Pforzheimer Zeitungsgeschichte "Von den ,Wöchentlichen Nachrichten'  zur Rundschau' - Pforzheimer Zeitungsgeschichte von 1794 bis 1949" lesen Sie hier. mehr »