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Zum MCD-Führungsteam gehören (von links) Mitgesellschafterin Gerda Treiber, Geschäftsführer Bruno Hörter und Prokuristin Petra Noske-Mahseredjian
Zum MCD-Führungsteam gehören (von links) Mitgesellschafterin Gerda Treiber, Geschäftsführer Bruno Hörter und Prokuristin Petra Noske-Mahseredjian © MCD Elektronik GmbH
14.12.2011

"Wir testen die Zukunft"

Bruno Hörter kann in die Zukunft blicken. Und zwar völlig ohne Kristallkugel und Kaffeesatzleserei. Der geschäftsführende Gesellschafter von MCD Elektronik in Birkenfeld bedient sich dazu sensibler Apparate, die das Unternehmen seit nunmehr 30 Jahren baut. Die dazu notwendige Software wird ebenfalls gleich mitentwickelt. MCD stellt Geräte her, mit deren Hilfe die künftigen Produkte gemessen oder auf ihre Tauglichkeit und Haltbarkeit geprüft werden. Innovation ist damit Programm bei MCD.

So weiß Hörter heute schon, welches Navigationsgerät mit welchen neuen Funktionen den Fahrzeuglenker im Jahr 2018 zu seinem Ziel führen wird. Ihm sind die Infotainment-Systeme der Luxuslimousinen bekannt, die in einigen Jahren die Innenräume der Autos beschallen. Und dass die neue S-Klasse von Mercedes im Stau selbstlenkend in der Spur bleibt, damit sich der geplagte Fahrer entspannen kann – auch daran hat MCD mit seiner Prüftechnik einen wesentlichen Anteil: „Wir sind maßgeblich daran beteiligt, dass die Fahrzeuge ausgeliefert werden können“, sagt Hörter stolz und meint: „Wir testen die Zukunft.“

Was heute mit den Birkenfelder Hightech-Geräten gemessen und geprüft werde, das komme teilweise erst in vier, fünf oder acht Jahren in den Autos zum Einsatz.“ Aber nicht nur dort. Unternehmen in mehr als 35 Ländern aus der Luftfahrtbranche sowie Hersteller von Medizin-, Energie- und Haushaltstechnik gehören zu jenem Kundenkreis, der die individuell gefertigte Qualitätsprüftechnik aus Birkenfeld bevorzugt. Knapp 80 Prozent der Aufträge kommen vom Ausland. Weltweit be­schäftigt MCD 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jahresumsatz 2012: Rund zehn Millionen Euro. Zur MCD-Führung gehören neben Bruno Hörter die Mitgesellschafterin Gerda Treiber und Prokuristin Petra Noske-Mahseredjian. Und: Mit Hörters Töchtern Julia und Verena arbeitet bereits die zweite Generation im Unternehmen mit.

Insbesondere in der Medizintechnik sowie auf dem Feld der erneuerbaren Energien sieht das Management noch große Entwicklungschancen. „Dazu werden wir unsere Niederlassung in den USA weiter ausbauen und die Aktivitäten in Asien, aber auch in Zentraleuropa verstärken“, sagt der Geschäftsführer.

Rückblick: Die Erfolgsstory beginnt 1983. Vier junge Männer entwickeln eine Eichleitung zur Steue­rung des Hochfrequenz–Pegels von Sende- und Prüfanlagen. Die­ser neuartige sogenannte Stufenabschwächer lässt aufgrund seiner Lebensdauer und Präzision die Konkurrenz hinter sich. Damit fällt der Startschuss für das Ingenieurbüro „MC Elektronik“. Ein Jahr später lassen die vier Gründer das Unternehmen als MCD Elektronik GmbH ins Handelsregister eintragen.

Sitz: Dobel im Nordschwarzwald.

Zwei der Gründer verlassen MCD. Fortan wird das Unternehmen von Siegfried Treiber in Dobel geführt. Bruno Hörter übernimmt die Leitung am neu gegründeten Standort Birkenfeld. Tragisch: Siegfried Treiber kommt im Jahr 2003bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Nun führt Hörter die MCD-Geschäfte von Birkenfeld aus.

2006 kommt die MCF Technologie GmbH, Ettlingen, ein spezialisierter Dienstleister für den Bau technologisch hochwertiger Prüf- und Messsysteme, zur Gruppe hinzu. Im selben Jahr gründet MCD im US-Bundesstaat Michigan das Tochter­unternehmen MCD North America Inc. Als weiterer Meilenstein gilt laut Hörter der Firmenumzug im November 2011 ins interkommunale Gewerbegebiet Dammfeld in Birkenfeld. Offene Sitzecken, geräumige Besprechungsräume, ein Showroom und Schulungsräume für interne und externe Workshops machen das „MCD Zentrum“ nach Ansicht des Geschäftsführers „zu einer innovativen Ideenwerkstatt“. Für die Verbindung zur Welt sorgt eine Hochgeschwindigkeits-Glasfaser Datenleitung. Die Niederlassungen in den USA und Ungarn haben direkten Zugriff auf das Rechenzentrum. Und: Den Beschäftigten steht seither ein großer Fitnessraum mit diversen Geräten zur Verfügung. Denn, so Hörter, „die Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital“.