nach oben
Das Licht brennt schon mal am neuen Berliner Flughafen. Andere Dinge dagegen funktionieren noch nicht reibungslos. Der dickste Brocken ist der teure Brandschutz.
Das Licht brennt schon mal am neuen Berliner Flughafen. Andere Dinge dagegen funktionieren noch nicht reibungslos. Der dickste Brocken ist der teure Brandschutz. © dpa
09.03.2013

Wird die Mängelliste am Flughafen Berlin noch länger?

Die Zahl der Mängel am neuen Hauptstadtflughafen ist möglicherweise doppelt so hoch wie bislang angenommen. Das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet von bis zu 40.000 Mängeln und beruft sich dabei auf den Fortschrittsbericht zur Baustelle. Ein Flughafensprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa am Samstag, dass ihm diese Zahl nicht bekannt sei.

Solche Zahlen seien zudem immer irreführend. „Das entscheidende Problem ist und bleibt die Brandschutzanlage.“ In dem Bericht sollen alle relevanten Punkte zusammengefasst werden. Dort sind allerdings auch kleinste Mängel wie ein Sprung in einer Fliese aufgelistet. Zuletzt war von 20.000 Defiziten die Rede gewesen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erwartet vom neuen Chef des künftigen Berliner Hauptstadtflughafens, Hartmut Mehdorn, vor allem eine schnellere Fertigstellung des Pannen-Flughafens. „Wir müssen Probleme lösen und nicht nur beschreiben, und da kann Mehdorn Impulse geben“, sagte Wowereit am Samstag im RBB-Inforadio. Beim Brandschutz und den Mängeln am Bau müsse es jetzt um die Umsetzung gehen.

Zugleich äußerte der SPD-Politiker Verständnis für kritische Äußerungen zur Berufung des früheren Bahnchefs. Ihm sei klar gewesen, dass „eine Reizfigur wie Hartmut Mehdorn nicht nur Applaus auslösen wird“. Mehdorn sei für die gegenwärtige Krisensituation als Übergangs-Chef berufen worden, sagte Wowereit. Mehdorn „bleibt ja auch nicht für zehn Jahre, sondern er hat einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben mit dem klaren Auftrag, den Flughafen fertigzustellen. So sieht er selbst das auch, somit ist das eine Entscheidung für die Krisensituation“, sagte Wowereit.

Beim Thema Randzeiten bekräftigte Wowereit die Berliner Position, das Nachtflugverbot nicht so auszuweiten, wie es Brandenburg jetzt wolle. Das sei früher gemeinsame Position aller drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund gewesen. „Und die brandenburgischen Behörden haben das bewilligt.“ Zudem habe auch Mehdorn deutlich gemacht, dass der Flughafen diese Randzeiten brauche. „Oder wir müssen daraus einen Provinzflughafen machen.“