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Haben viel gemeinsam und gehen doch getrennte Wege: Die Stadt Pforzheim, vertreten durch Oberbürgermeister Gert Hager (rechts), und der Enzkreis mit Landrat Karl Röckinger sind räumlich eng verbunden und nutzen doch jeweils eigene Einrichtungen für die gleichen Aufgaben.
kompol-enzkreis-stadt-union
14.02.2008

Wo ein Süppchen auf zwei Herden kocht

Man muss Pforzheim und den Enzkreis ja nur einmal auf der Landkarte anschauen: Wie ein Kragen um den Hals, so schmiegt sich der Landkreis um die Goldstadt. Wer da eine ganz selbstverständliche Zusammengehörigkeit nicht erkennt, der sollte vielleicht einmal wieder den Optiker seiner Vertrauens aufsuchen.

In erster Linie auf Verwaltungsebene kochen Stadt und Landkreis aber bis heute ihr eigenes Süppchen. Das pralle Leben sieht dagegen schon lange ganz anders aus: Die Leute vom Land gehen in Pforzheim in die Schule, sie konsultieren im Oberzentrum Fachärzte, kaufen hier ein, genießen Kultur im Stadttheater - oder verdienen hier schlicht ihren Lebensunterhalt.

Andersrum schätzen die Städter die gut bürgerliche Gastronomie auf dem Land, entspannen sich in der herrlichen Natur zwischen Schwarzwaldhügeln und Weinbergen - und wenn sie in Pforzheim keinen vernünftigen Bauplatz finden, dann ziehen sie in eine schnuckelige Enzkreis-Gemeinde, wo sie oft ein Kinderbetreuungs-Angebot vorfinden, von dem sie in Pforzheim nur träumen konnten. Und Arbeitsplätze schießen vor den Toren der Goldstadt in den großen Gewerbegebieten entlang der A8 wie Pilze aus den Boden. Arbeitslosigkeit ist im Enzkreis kein Thema. In Pforzheim mit der höchsten Arbeitslosenquote im Lande aber sehr wohl.

Also: Die Menschen leben ganz selbstverständlich in Pforzheim und im Enzkreis. Es gibt nicht einmal eine wie auch immer gefühlte Grenze.

Dennoch gibt es für Menschen, die identischer sozialer Hilfe bedürfen, zwei verschiedene Anlaufstellen - bizarrerweise beide in Pforzheim beheimatet. Stadt und Kreis karren ihren Müll auf getrennten Wegen weg, und zwischen den Krankenhäusern gibt es keine Vernetzung. 

Umfrage

Sollen Pforzheim und der Enzkreis eine Einheit werden?

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Natürlich: Es geht um Macht, um Posten, um Einfluss. Sinnvoll ist das derzeitige System allerdings nur in Teilen, effektiv schon gar nicht. Pforzheim und den Enzkreis zu einer Einheit zu verschmelzen, das ist eine der politischen Herausforderungen der Zukunft. Diese Fusion hat Potenzial. Potenzial für das, was man auf neudeutsch eine "Win-Win-Situation" nennt.