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30.04.2008

Wo sich Lebenswelten treffen

PFORZHEIM. Die Bolzplatzliga geht in ihre dritte Spielzeit. In drei Altersklassen messen sich vom kommenden Wochenende an mehr als 250 Jugendliche aus allen Stadtteilen – an 14 Spieltagen auf sieben Pforzheimer Bolzplätzen.

Die Gruppenauslosung für die dritte Saison der Pforzheimer Bolzplatzliga – eines gemeinsamen Projekts des Stadtjugendrings, des Sportkreises und des Amtes für Jugend und Familie – findet heute Abend statt. Im Rahmen eines besonderen Events, das eine Brücke schlägt zwischen der erfolgreichen Vergangenheit und der vielversprechenden Zukunft der Bolzplatzliga. Auswahl-Teams aus Bolzplatz-Kickern der vergangenen Spielzeit treten von 17 Uhr an auf dem Kunstrasenplatz des FSV Buckenberg gegen zwei Jugendmannschaften des Karlsruher SC an. Welch große Gelegenheit, sich zu präsentieren. Sich zu beweisen. Sich zu empfehlen.

Zwischen den beiden Partien entscheidet das Losglück über die Einteilung der Staffeln für die nun anstehende Spielzeit. Letztere beginnt am Freitag um 15 Uhr mit dem ersten Spieltag der Kicker unter 16 Jahren und setzt sich am Samstag um 9.30 Uhr mit den ersten Spielen in der Altersklasse U 19 fort. Traditionell fällt der fußballerische Startschuss für U 16 und U 19 auf dem Sportplatz des Kepler-Gymnasiums. Die Konkurrenz unter 13 Jahren bestreitet am Freitag, 9. Mai, auf dem Bolzplatz am Haus der Jugend ihre ersten Spiele.

Bei der Stange bleiben

Der Spielplan der Bolzplatzliga sieht im weiteren Saisonverlauf alle paar Wochen Spieltage vor. Ziel ist es, dass die jungen Menschen über eine gesamte Saison hinweg bei der Stange bleiben, um auf diese Weise wichtige Tugenden wie Pünktlichkeit, Organisationsfähigkeit und Zuverlässigkeit pflegen zu lernen.

Der Höhepunkt der Saison 2008 ist für den 10. Oktober vorgesehen, wenn die Finalspiele anstehen. Austragungsort: Inselschule. Ausgeleuchtet vom Technischen Hilfswerk, wird in der dreijährigen Historie der Bolzplatzliga zum ersten Mal unter Flutlicht gespielt, was dem Spektakel eine besondere Atmosphäre verleihen soll. Wie bei großen Europa-Pokal-Begegnung eben, bloß auf dem Bolzplatz um die Ecke.

Doch ohnehin ist das fußballerische Integrationsprojekt unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Gert Hager für seine besondere Atmosphäre bekannt. Diese ist vornehmlich bestimmt von einer beachtlicher Fairness. „Ich kann mich in der vergangenen Saison an keinen Platzverweis erinnern. Wir sind bei allen Spielen pädagogisch vertreten, das ist ein elementarer Baustein unseres Konzepts“, so Thomas Lutz von der Mobilen Jugendarbeit des Stadtjugendrings. Damit das so bleibt, wird faires Spiel 2008 noch stärker belohnt als schon zuvor. Frank Schweizerhof, tätig für den hiesigen Sportkreis, sagt: „Wir haben die Fairplay-Wertung ausgebaut, und die fairsten Mannschaften fahren nach der Saison auf ein internationales Turnier.“

Fair und multikulturell

Ein weiteres prägendes Element der Bolzplatzliga ist und bleibt deren Multikulturalität. 20 verschiedene Nationalitäten zählte Thomas Lutz 2007 unter den Teilnehmern, in 19 Mannschaften wirkten mindestens drei Nationalitäten zusammen. Lutz: „Hier zeigt sich, wie interkulturell die Bolzplatzliga wirkt.“ Das Kicken auf dem Bolzplatz führt zum fairen Wettstreit zusammen, was im sozialen Umgang nicht immer friedlich zusammenwirkt: junge Menschen aus verschiedenen Stadtteilen; aus verschiedenen Kulturen; aus verschiedenen Bildungs- und Gesellschafts-Milieus. „Es treffen unterschiedliche Lebenswelten aufeinander und lernen sich kennen“, meint Axel Baumbusch, Sozialpädadgoge in Diensten des Stadtjugendrings. Der Fußball wirke dabei als Katalysator.
Eine schöne Nebenwirkung. Den jugendlichen Protagonisten dürfte es trotzdem mehr um Spielspaß gehen.