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Pforzheim hat nicht unbedingt die schönste Fußgängerzone, aber dafür ist hier stets etwas los.
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Trauerweiden entlang der Flussufer setzen bunte Farbtupfer.
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Der Blumenhof bietet Entspannung mitten in der Innenstadt.
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Die Goldstadt hat eine Strandbar: Im "Plage d'Or" zwischen Enz und Nagold schmeckt der Cocktail gleich viel besser.
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Osterspaziergang im Enzauenpark.
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Wohlfühlplätze können ganz zeitlich begrenzt sein, wie dieser Gruschtelmarkt-Teilnehmer auf dem Marktplatz beweist.
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Der Park an der Schloßkirche wird als Treffpunkt immer beliebter.
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Tiere füttern und Waldluft schnuppern - der Wildpark ist ein Besuchermagnet.
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21.01.2008

Wohlfühlen zwischen Wald und Waisenhausplatz

Wo ist es schön in Pforzheim? Wo kann man sich wohlfühlen? Nicht unbedingt entlang der drei im Verkehr erstickenden Bundestraßen, die sich durch die Stadt wälzen. Ziemlich sicher aber entlang der drei Flüsse, die der Goldstadt innerstädtische Naturerlebnisse bescheren.

Eines lässt sich nicht wegdiskutieren: Pforzheim macht es dem Fremden nicht leicht. Wer zum ersten Mal mit dem Auto in die Stadt kommt, muss schon Gefallen an immer gleich aussehenden Gewerbegebieten oder an roten Ampeln haben, um sich spontan wohlzufühlen. Und dann bietet sich dem Gast im Stadtzentrum das alles prägende Bild der 50er-Jahre-Architektur, das Stein gewordene Echo des raschen Wiederaufbaus aus dem Chaos. Das ist nicht gerade das, was man gemeinhin als "heimelig"  oder "hübsch" bezeichnen würde, nicht gerade die ideale Projektionsfläche für Passantenträume von einem urigen Altstadt-Flair oder einer mondänen Weltstadt-Atmosphäre.

Keine Fachwerk-Romantik

{ImageL}Aber das ist eben typisch Pforzheim - und es ist einmalig. Kaum eine Stadt in weiterem Umkreis, die so deutlich die Zeit des Wiederaufbaus nach den Kriegszerstörungen spiegelt. Fachwerk-Romantik sucht man im Zentrum vergebens, allenfalls im Brötzinger Museumsareal mit Stadtmuseum, Figurentheater und Haus der Landsmannschaften kann man etwas von einem längst vergangenen Pforzheim erahnen. Pforzheim ist anders, galt in den 50er-Jahren als ein Vorbild für den Aufbruch in die Moderne, in die nüchterne, sachliche, zweckdienliche Stadt der Zukunft - und dem entsprechend gibt sich die Goldstadt heute als etwas spröde Schönheit.

{ImageR}"Nützlichkeit und Nüchternheit herrschen souverän und nehmen der Erscheinung des Lebens allen Reiz und alle Farbe", hatte Theodor Fontane einst (nicht über Pforzheim!) geschrieben. Hätte er die Pforzheimer Version von "Nützlichkeit und Nüchternheit" gekannt, wäre sein Urteil vielleicht anders ausgefallen. Denn Pforzheim will entdeckt werden, und dann offenbart die Stadt ihren ganz eigenen Reiz. 

Zum Beispiel entlang der drei Flusstäler, die vor allem seit der Landesgartenschau 1992 im extra dafür neu gestalteten Enzauenpark schrittweise renaturiert oder für Passanten erlebbar gemacht werden. Und wer sich auf den Weg nach oben macht zur Aussichtsplattform des Wallbergs, der erkennt sehr schnell, wie diese drei Flußtäler das Stadtbild prägen, wie sich um die Stadt herum ein grüner Gürtel zieht, ideal für den auf kurzen Wegen im Wald Erholung suchenden Bürger. An naturnahen Wohlfühlplätzen scheint es in der Goldstadt also nicht zu mangeln. 

Ruhepunkte mitten in der City

{ImageL}Selbst im Stadtzentrum findet man mit dem neuen Marktplatz, dem frischen Grün an Waisenhausplatz und Blumenhof, dem neu erlebbar gemachten Schloßbergareal oder der Dachoase auf der Schlössle-Galerie mitten im Herzen der Stadt und in der Hektik des Alltags erholsame Zonen. Ein Muss nicht nur für Familien mit Kindern sind Wildpark und Enzauenpark, zwei große und kostenlose Freizeiteinrichtungen mit hohem Nutz- und Unterhaltungswert.

Wer es weniger natürlich, sondern eher urbaner liebt, wird in jüngster Vergangenheit durch eine rings um die Innenstadt und direkt in der City neu etablierte Café-Szene angezogen. Natürlich mag dem ein oder anderen Metropolit hier und da ein gastronomisches Highlight fehlen, aber Pforzheim holt auf. So hat sich zum Beispiel jüngst rund um den Schloßberg eine vitale Nightlife-Szene entwickelt.

Schönes suchen und finden

Mit den jüngsten und anspruchsvollen Großbauten, wie etwa der durchaus zum längeren Verweilen einladenden Stadtbibliothek, kann die Goldstadt gleichfalls punkten. Man muss eben nur auf Entdeckungstour gehen, offen sein für Neues, um seinen ganz persönlichen Lieblingsplatz zu finden.

"Ohne die Erfahrung des Schönen bleibt die Rationalität unerfüllt", hat Immanuel Kant postuliert. Pforzheim hat beim Wiederaufbau - und hier muss man das gewaltige Ruinenfeld als Basis aller folgenden Aktionen vor Auge haben - auf Rationalität gesetzt. Und trotzdem gibt es genug Schönes zu erfahren, genug Wohlfühl- und Lieblingsplätze zu finden. Die Stadt hat ihren ganz besonderen Charme.

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