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Seit Ausbruch der Cholera im Oktober des vergangenen Jahres sind in Haiti mehr als 420 000 Menschen an der Seuche gestorben. Foto: dpa
cholera © dpa
15.08.2011

Zahl der Choleratoten in Haiti steigt auf 6000

PORT-AU-PRINCE. Haiti hat trotz internationaler Hilfe die Cholera nicht im Griff. Die Seuche greift das hilflose Land wieder heftiger an. Dieses hat immer noch keine handlungsfähige Regierung.

Die Zahl der Choleratoten in Haiti steigt weiter. Nach dem jüngsten Bericht des Gesundheitsministeriums in Port-au-Prince sind bis 31. Juli dieses Jahres über 5968 Menschen gestorben. Jeden Tag kommen nach diesen Angaben zehn weitere hinzu, so dass die Cholera bis Mitte August über 6000 Menschen getötet hat. Infiziert haben sich seit dem Ausbruch der Seuche im Oktober vergangenen Jahres mehr als 420 000 Menschen. Immer noch werden jeden Tag über 500 neue Erkrankungen registriert.

Erschwert wird die Lage vor allem dadurch, dass Haiti immer noch keine handlungsfähige Regierung hat. Dem neuen Präsidenten Michel Martelly ist es bisher nicht gelungen, einen Regierungschef einzusetzen. Das von der Opposition dominierte Parlament hat die bisher von dem Präsidenten vorgeschlagenen Kandidaten abgelehnt. Dadurch verzögert sich auch der Wiederaufbau der vom Erdbeben zerstörten Hauptstadtregion. Bei der Naturkatastrophe im Januar 2010 waren über 220 000 Menschen ums Leben gekommen.

Martelly schlug unterdessen am Sonntag vor, die 2004 eingerichtete UN-Mission zur Stabilisierung Haitis (Minustah) in eine Entwicklungsmission umzuwandeln. In Zukunft sollten die hauptsächlich von anderen lateinamerikanischen Staaten gestellten Soldaten nicht mehr in erster Linie für die Sicherheit, sondern für den Wiederaufbau der Infrastruktur des Landes zuständig sein, forderte Martelly nach einem Besuch in Chile.

«Haiti befindet sich im Frieden, hier gibt es keinen Krieg» sagte er. «Unsere Feinde sind Unterentwicklung, Armut und der Hunger.» Deshalb solle die Minustah Straßen, Brücken und Kanäle bauen. dpa