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Das schöne Wetter hat 2011 dafür gesorgt, dass es mehr Verkehrstote und -verletzte gab als im Jahr davor. Das sehen zumindest die Statistiker so.
Das schöne Wetter hat 2011 dafür gesorgt, dass es mehr Verkehrstote und -verletzte gab als im Jahr davor. Das sehen zumindest die Statistiker so. © dpa
24.02.2012

Zahl der Verkehrstoten steigt bei schönem Wetter stark an

Wiesbaden/Pforzheim. Auf deutschen Straßen sind im vergangenen Jahr 3991 Menschen ums Leben gekommen, 9,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Erstmals seit 20 Jahren gibt es solch einen Anstieg. Wesentlicher Grund für den starken Anstieg sei das schöne Wetter gewesen, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag. Im Bereich der Polizeidirektion Pforzheim (Stadt und Enzkreis) aber gab es 2011 weniger Verkehrstote als in den beiden Vorjahren.

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Mehr Verkehrskontrollen 13%
Härtere Strafen 9%
Beides zusammen 26%
Beides hilft nicht 52%
Stimmen gesamt 371

Der milde Winter, der warme und trockene Frühling und ein schöner Herbst hätten, so die Wiesbadener Statistiker, dazu geführt, dass mehr und häufig auch schneller gefahren wurde. Außerdem seien dann mehr ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Zweiradfahrer unterwegs, das bedeute schwerere Unfälle.

Rund 391.500 Menschen wurden 2011 bei Verkehrsunfällen in Deutschland verletzt, das ist ein Anstieg um 5,5 Prozent. Die Zahl der von der Polizei aufgenommenen Unfälle ging dagegen um 2,8 Prozent auf rund 2,3 Millionen zurück.

Drastisch stieg die Zahl der Verkehrstoten im Dezember: 364 Menschen starben auf den Straßen, mehr als doppelt so viele wie im Dezember 2010. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich um ein gutes Drittel auf rund 31.400. Auch dafür war das Wetter der Hauptgrund: Im Dezember 2010 hatte es einen starken Wintereinbruch gegeben mit der Folge, dass weniger und langsamer gefahren wurde.

In Pforzhei und im Enzkreis sehen die Zahlen allerdings anders aus. 2011 gab es 10 Verkehrstote, 3 weniger als 2010 und 2 weniger als 2009. Von den 10 Verkehrstoten waren je 4 Motorrad- und Autofahrer. Im Straßenverkehrstarben noch ein Traktor- und ein Pferdekutschen-Fahrer. Generell gelte, so der Pforzheimer Polizeisprecher Frank Otruba, dass es trotz höherer Kraftfahrzeug-Zulassungen in Pforzheim und im Enzkreis "nicht mehr so viele Schwer- und Leichtverletzte" gebe.

Das könnte natürlich auch an normalen statistischen Schwankungen liegen, aber vielleicht trägt auch die besondere Präventionsarbeit der Pforzheimer Polizei ihren Teil dazu bei. Immerhin bekam die Polizeidirektion Pforzheim 2009 den Landesverkehrspräventionspreis für die Aktion "Schutzengel" verliehen. Das Projekt spricht junge Menschen an, die in ihrem Umfeld auf Raser oder betrunkene Fahrer positiv einwirken. Über 1300 "Schutzengel" seien schon aktiviert worden. Inzwischen ist dieses spezielle Pforzheimer Präventionsprogramm zum Vorbild für andere Polizeiaktionen in Deutschland geworden.

479 Menschen sind im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen in Baden-Württemberg ums Leben gekommen. Das seien 3 Prozent weniger als 2010, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damals waren 494 Menschen getötet worden. Baden- Württemberg liegt mit 45 Getöteten je eine Millionen Einwohner unter dem Bundesdurchschnitt von 49.

Aber: In Baden-Württemberg verunglückten 2011 insgesamt 47.702 Menschen. Dies ist nach der Statistik ein Anstieg von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der Unfälle stieg von 275.410 im Jahr 2010 auf 278.538 im Jahr 2011.

Den stärksten Rückgang an Verkehrstoten gab es 2011 in Rheinland-Pfalz, dort starben 6,3 Prozent weniger Menschen. Auch in Brandenburg (-2,6) und im Saarland (-2,4) gab es weniger tödlich verletzte Verkehrsteilnehmer. In den zwölf restlichen Bundesländern starben 2011 dagegen mehr Straßenverkehrstote als im Vorjahr. dpa/tok

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