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Bei dem Unfall an dem Bahnübergang in Schwaben sind am Morgen etwa 20 Menschen verletzt worden. Die Autofahrerin, deren Wagen von einer Regionalbahn erfasst wurde, wurde schwer verletzt. © dpa
17.07.2013

Zug kippt in Vorgarten - 13 Verletzte und Millionenschaden

Kellmünz (dpa) - Unfall an unbeschrankten Bahnübergang in Bayern: Bei der Kollision einer Regionalbahn mit einem Auto im schwäbischen Kellmünz sind am Montag 13 Menschen verletzt worden, drei von ihnen schwer. Nach dem Aufprall entgleiste der vordere Zugteil, kippte nach etwa 100 Metern um und landete in einem Vorgarten, wie die Polizei mitteilte. Die 46-jährigen Autofahrerin wurde bei dem Unglück schwer verletzt, sie musste von der Feuerwehr aus ihrem Fahrzeug befreit werden. Der Schaden wird auf 3,5 Millionen Euro geschätzt.

Bildergalerie: Zug entgleist und kippt in Vorgarten

Rund 50 Fahrgäste hatten sich in dem Regionalzug aufgehalten, der von Altenstadt nach Kellmünz unterwegs war. Ein 21 Jahre alter Mann wurde aus der Bahn geschleudert. Er erlitt ebenso wie ein 52-jähriger Mann schwere Verletzungen, 10 weitere Menschen wurden leicht verletzt. Die unverletzten Fahrgäste wurden zum Feuerwehrhaus von Kellmünz gebracht und dort betreut. Der hintere Zugteil, der nicht entgleiste, war noch etwa 50 Meter weitergerollt und dann stehengeblieben.

Der Unfall an dem Bahnübergang, der mit Blinklichtern gesichert war, hatte sich kurz vor 7.00 Uhr ereignet. Den Angaben zufolge darf die Regionalbahn in diesem Bereich bis zu 140 Stundenkilometer schnell fahren. Mit welchem Tempo der Zug tatsächlich unterwegs war, blieb zunächst unbekannt. Auch zur Unglücksursache konnte die Polizei keine näheren Angaben machen. «Ob die Frau das Blinklicht nicht gesehen hat oder wie es sonst zu dem Unfall kam, werden erst die Vernehmungen ergeben», sagte ein Sprecher der Polizei in Kempten. Hinweise auf einen Defekt der Lichtanlage lagen nicht vor.

An der Unfallstelle war ein Großaufgebot von Rettungskräften im Einsatz. Die Besatzungen von mehr als 40 Einsatzfahrzeugen von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei sowie vier Hubschrauber kümmerten sich um die Verletzten. Dabei behinderten zahlreiche Schaulustige die Arbeiten.

Zur Bergung des entgleisten Waggons wurde ein Spezialkran angefordert. Die Staatsanwaltschaft hat einen Gutachter mit der Klärung der Unfallursache beauftragt. Zur Auswertung der Bahntechnik wurde zudem der Ermittlungsdienst der Bundespolizei eingeschaltet.

Die Bahnlinie Ulm-Memmingen zwischen Illertissen und Memmingen bleibt voraussichtlich für mehrere Tage gesperrt.