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18.02.2008

Zum 29. Februar: Zahlen über Zahlen

Zahlen lügen nicht. Das erlaubt jedoch nicht den Rückschluss, dass Zahlen stets die Wahrheit und nichts als die Wahrheit transportieren. Die Zahlen sagen beispielsweise, dass es 55 000 Menschen in Deutschland gibt, Ungefähr. Eine verschwindende Minderheit stellen sie dar unter mehr als 80 Millionen Einwohnern.

Weltweit sind es vier Millionen Menschen, die höchstens alle vier Jahre Geburtstag feiern. Auch diese Erhebung ist verdächtig, unpräzise zu sein. Sie ist sie als grobe Schätzung zu verstehen. Höchstens.
Verlässlicher sind die Versuche des statistischen Landesamtes, sich rechnerisch dem Phänomen des Geburts(schalt)tages anzunähern. Im vergangenen Schaltjahr 2004 jährte sich die Geburt von 2177 Bewohnern der Bundeshauptstadt. Zum Vergleich: An den anderen Tagen des Jahren zählt Berlin durchschnittlich 9100 Geburtstagskinder.
Unter den Berliner Geburten des 29. Februars sind 1071 Männer und 1106 Frauen. Darunter waren 63 Kinder – 34 davon männlich – , die am 29. Februar 2004 ihren ersten Geburtstag erleben durften. Das will heißen: Sie wurden vier Jahre alt.

All diese Zahlenspiele muten exotisch an. Die Frage sei erlaubt: Wer zählt so etwas? Und wozu?

Professoren zum Beispiel, zum Zwecke der wissenschaftlichen Erfassung – und Geistesertüchtigung. Zum Beispiel der Chemnitzer Professor Eberhard Lanckau, der sich in den folgenden mathematischen Verrenkungen betätigte: die Bestimmung der sich stets wiederholenden Reihenfolge, mit der die Schalttage sich auf die Wochentage verteilen. Sie ist wie folgt: Sonntag – Freitag – Mittwoch – Montag – Samstag – Donnerstag – Dienstag.

Aha. Wie kommt man auf so etwas? Lanckau: „Ganz einfach. Durch Beobachtungen am Kalender, unter Umständen mit Hilfe eines immerwährenden Kalenders.“ Es folgt noch ein entscheidender Zusatz: „Ein Mathematiker findet das durch leichte Rechnung [heraus].“ Klar.
Derlei simple Rechenmanöver stoßen an ihre Grenzen im Jahre 2100. Dann fällt der Schalttag aus – angesichts höherer Rechenmanöver des gregorianischen Kalenders. Und die schöne Reihenfolge ist dahin. Jammerschade. Tja, Zahlen können manchmal täuschen.