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Auf dieser Polizeiwache in Duisburg haben zwei Polizisten jeweils einmal auf einen Mann geschossen, der sie mit einem Messer angegriffen hat.
Auf dieser Polizeiwache in Duisburg haben zwei Polizisten jeweils einmal auf einen Mann geschossen, der sie mit einem Messer angegriffen hat. © dpa
08.01.2017

Zwei Polizisten erschießen bewaffneten Angreifer auf der Wache

Duisburg. Polizisten haben auf einer Wache in Duisburg einen bewaffneten Mann erschossen. Der 43-Jährige aus Duisburg sei in der Nacht zum Sonntag mit einem Messer auf zwei Beamte losgegangen. Die hätten ihre Waffen gezogen und jeweils einmal geschossen.

Sie hätten den Angreifer ins Bein und in den Hals getroffen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Zuvor waren an mehreren Orten ganz in der Nähe drei Menschen nacheinander von einem Angreifer mit einem Messer verletzt worden. Die Ermittler prüfen derzeit einen Zusammenhang.

Der Bewaffnete sei kurz vor Mitternacht im Vorraum der Wache aufgetaucht und habe mit dem Messer in der Hand randaliert, berichtete die Polizei. Er habe sich weder beruhigen noch durch Pfefferspray abhalten lassen. Dann habe er die Scheibe eines kleinen Fensters in der Wand eingeschlagen, sei mit einem Hechtsprung in den Wachraum gelangt und auf die Beamten zu gestürmt. Die griffen daraufhin zu ihren Pistolen.

Laut Obduktion starb der 43-Jährige durch den Treffer in den Hals. Nach bisherigen Ermittlungen gehöre der Mann zum Alkohol- und Drogenmilieu. Ob er bei dem Angriff unter Drogen gestanden habe, müssten weitere Untersuchungen zeigen, hieß es.

Ob es sich um denselben Täter handelt, der zuvor drei Menschen mit einem Messer verletzt hatte, blieb am Sonntag zunächst unbestätigt. Die Ermittlungen hierzu dauerten an, sagte ein Polizeisprecher. Gut eine Stunde vor dem Zwischenfall auf der Polizeiwache waren die Beamten wegen einer Messerstecherei alarmiert worden. Ein 34-jähriger Mann war dort mit einem Stich in die Hüfte verletzt worden und in ein Krankenhaus gebracht worden. Eine Stunde später gab es in fußläufiger Nähe einen weiteren Angriff: Mit einer Halswunde wurde ein 33-Jähriger schwer verletzt in eine Klinik eingeliefert. Zehn Minuten später hatte ein Angreifer in einigen hundert Metern Entfernung auf eine 23-Jährige eingestochen und sie am Bauch verletzt.

Deutsche Polizisten schießen selten

Nur selten machen Polizisten von ihrer Schusswaffe Gebrauch. In wenigen Ausnahmefälle wie jetzt in Duisburg werden Menschen von Beamten in Räumen der Polizei durch Schüsse verletzt oder sogar getötet. Einige Beispiele:

August 2015: In Oberhausen sticht ein 39-Jähriger im Polizeirevier auf einen anderen Mann ein und attackiert anschließend die Polizisten. Einer der Beamten zieht die Waffe und schießt. Der 39-Jährige stirbt noch auf der Wache. Die Hintergründe des Angriffs bleiben unklar.

Dezember 2013: Ein Mann wirft Flaschen an die Fassade eines Leipziger Polizeireviers. Als Beamte den Randalierer vor dem Gebäude festnehmen wollen, rennt er nach Aussage der Polizisten mit einem Messer in der Hand auf diese los. Mit Schüssen in Schulter und Bein wird der 28-Jährige verletzt.

Juni 2013: In der Polizei-Inspektion Starnberg (Bayern) erschießen Beamte einen 71 Jahre alten, psychisch kranken Mann, der mit einem Küchenmesser auf einen Polizisten losgegangen war.

Oktober 1996: Bei verbotenen Zielübungen auf einer Polizeiwache in Karlsruhe erschießt ein 25 Jahre alter Polizist versehentlich seinen 36-jährigen Vorgesetzten. Er hatte vergessen, seine Waffe zu entladen.