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Die Angeklagte Beate Zschäpe im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in München zwischen ihren Anwälten Anja Sturm und Wolfgang Heer. 
Die Angeklagte Beate Zschäpe im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts in München zwischen ihren Anwälten Anja Sturm und Wolfgang Heer.  © dpa
19.03.2015

Zwickauer Nachbarin schildert NSU-Terroristin Beate Zschäpe als freundlich

Eine frühere Nachbarin von Beate Zschäpe in Zwickau hat die Hauptangeklagte im NSU-Prozess als immer freundlich und zuvorkommend geschildert. Die Zeugin sagte am Donnerstag bei der Verhandlung im Oberlandesgericht München, nach ihrem Eindruck habe Zschäpe alias „Lisa“ meist allein in der Wohnung gelebt.

Ihr Freund - mutmaßlich Uwe Böhnhardt - sei viel „auf Montage“ und nur ab und zu bei ihr gewesen. Der dritte Mann - mutmaßlich Uwe Mundlos - sei ihr als der Bruder des Freundes vorgestellt worden. Gelegentlich habe sie sich mit „Lisa“ auf dem Hof unterhalten. An ein Gespräch erinnere sie sich besonders gut: Da habe „Lisa“ berichtet, sie habe im Radio von einem Banküberfall gehört.

Der „Nationalsozialistische Untergrund“ war nach einem Banküberfall in Eisenach im November 2011 aufgeflogen. Die Polizei fand die mutmaßlichen NSU-Terroristen Mundlos und Böhnhardt tot in einem ausgebrannten Wohnmobil. Zschäpe soll dann die gemeinsame Wohnung in Zwickau angezündet haben. Wegen zehn NSU-Morden und zwei Sprengstoffanschlägen muss sie sich vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Mit ihr sind vier mutmaßliche Helfer angeklagt.