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Polizisten stehen in Sept-Sorts vor der Pizzeria, in die am Vorabend ein Auto gerast war. Foto: Sarah Brethes
Polizisten stehen in Sept-Sorts vor der Pizzeria, in die am Vorabend ein Auto gerast war. Foto: Sarah Brethes
15.08.2017

12-Jährige stirbt bei Auto-Attacke bei Paris

Meaux (dpa) - Nach der Auto-Attacke bei Paris schließen die Ermittler einen Terrorverdacht zunächst aus. Dabei war ein Mädchen getötet worden, 13 Menschen wurden verletzt.Der 31-jährige Fahrer habe eine große Menge von Medikamenten eingenommen, berichtete der Nachrichtensender BFMTV am Dienstag unter Berufung auf Ermittlerkreise. Die Fahnder suchten nach dem Motiv des Mannes, der offensichtlich absichtlich handelte und festgenommen wurde.

Der mutmaßliche Angreifer hatte am Montagabend kurz nach 20.00 Uhr sein Auto in dem Ort Sept-Sorts etwa 60 Kilometer östlich von Paris in die Terrasse einer Pizzeria gesteuert. Ein 12-jähriges Mädchen wurde dabei getötet, sein dreijähriger Bruder und vier weitere Menschen erlitten schwere Verletzungen. Zudem gab es acht Leichtverletzte, teilte Innenminister Gérard Collomb mit. Staatspräsident Emmanuel Macron sagte, er denke an die Opfer und deren Angehörige.

Der Verdächtige sei den Geheimdiensten nicht bekannt gewesen, so Collomb. Der Mann stammte nach ergänzenden Angaben aus dem benachbarten Ort La Ferté-sous-Jouarre. In seinem Auto wurde keine Waffe gefunden. «Im derzeitigen Stadium der Untersuchung schließe ich einen terroristischen Beweggrund aus», sagte der Vize-Staatsanwaltschaft von Meaux, Eric de Valroger. Der Jurist sagte in der Nacht, dass der Mann wahrscheinlich unter Einfluss von Rauschgift stand.

Der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, erklärte im Sender Franceinfo, der mutmaßliche Pizzeria-Angreifer habe ausgesagt, vor Kurzem einen Suizidversuch unternommen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

«Die Pizzeria ist zertrümmert» - so schilderte ein 21-Jähriger Augenzeuge dem Sender seine ersten Eindrücke. «Es gibt keine Fensterscheiben mehr, keine Terrasse. Es gibt nichts mehr. Man sieht nur noch das Auto, überall Trümmer, und Tische und Stühle unter dem Auto. Das muss schrecklich gewesen sein.»

Das Drama trifft Frankreich in einer sehr angespannten Sicherheitslage: Erst vor einer knappen Woche hatte ein Mann sein Auto in eine Gruppe von Soldaten gesteuert, die im Pariser Vorort Levallois-Perret bei einer Anti-Terror-Patrouille unterwegs waren. Sechs Armeeangehörige wurden dabei verletzt.

Der von Polizisten angeschossene 36-jährige Tatverdächtige kam in ein Krankenhaus. In diesem Fall hat die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. In Frankreich gilt weiter ein terrorbedingter Ausnahmezustand.