nach oben
© Symbolbild: dpa
15.07.2017

Einmal pro Woche schießt ein Polizist in Deutschland auf Menschen

Im Fernsehen schießen Polizisten quasi täglich, im echten Leben machen die Beamten deutlich seltener von der Waffe Gebrauch. Doch wenn sie es tun, erregt jeder einzelne dieser Fälle viel Aufsehen - wie vor wenigen Tagen, als ein Spezialeinsatzkommando (SEK) in Sachsen-Anhalt einen 28-Jährigen erschoss, nachdem ein Familienstreit eskaliert war.

Im vergangenen Jahr hat die Polizei in 52 Fällen auf Menschen geschossen, rechnerisch gesehen also jede Woche einmal. Elf Menschen starben, weitere 28 wurden verletzt. Hinzu kamen Warnschüsse. Wie aus den Zahlen der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster zudem hervorgeht, schießen Polizisten vor allem, um gefährliche, kranke oder verletzte Tiere zu töten. 12.656 Fälle dieser Art wurden vergangenes Jahr in Deutschland registriert.

2015 starben zehn Menschen, weitere 22 wurden verletzt. 2014 waren es sieben Tote und 30 Verletzte - und im Jahr 2013 laut Hochschule der Polizei acht Tote und 20 Verletzte. Angesichts von mehr als 300.000 Polizisten, die es in Deutschland bei Bund und Ländern gibt, bewegen sich diese Zahlen dennoch auf eher niedrigem Niveau.

Die Todesfälle im vergangenen Jahr gingen der Statistik zufolge allesamt auf Notwehr oder Nothilfe. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl gesehen ist die Zahl der tödlichen Polizeischüsse in den USA mehr als 20 Mal so hoch wie in Deutschland.