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11.09.2001: Die Südspitze von Manhatten mit den einstürzenden Türmen des World Trade Centers.
11.09.2001: Die Südspitze von Manhatten mit den einstürzenden Türmen des World Trade Centers.
11.09.2009

Gedenken an die 3000 Toten vom 11. September

Washington/New York (dpa) - Trauer um die fast 3000 Toten vom 11. September: Tausende Menschen gedachten am Freitag in den USA landesweit des Grauens der verheerenden Terroranschläge vor acht Jahren.

Beim ersten Jahrestag in seiner Amtszeit legte auch US- Präsident Barack Obama zusammen mit seiner Ehefrau Michelle um 08.46 Uhr Ortszeit (1446 MESZ) im Weißen Haus in Washington eine Schweigeminute ein. Genau um diese Zeit war vor acht Jahren das erste entführte Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers gerast. Bei einer Gedenkveranstaltung vor dem Verteidigungsministerium in der US-Hauptstadt versicherte Obama später, die US-Regierung werde im Kampf gegen die Terrororganisation El Kaida nicht nachlassen.

Erstmals galt der 11. September landesweit offiziell als ein «Nationaler Tag des sozialen Engagements und der Erinnerung». Zur Feierstunde nahe dem Ground Zero in New York, auf dem früher das bei den Anschlägen zerstörte World Trade Center stand, kamen bei strömendem Regen und heftigem Wind mit mehreren hundert Menschen deutlich weniger Teilnehmer als in vergangenen Jahren.

Während der Feierstunde vor dem Pentagon sorgte ein Manöver der US-Küstenwache auf dem Potomac-Fluss für Aufregung. Der Sender CNN berichtete, die Küstenwache habe mehrere Warnschüssen auf ein Boot abgegeben, das in eine gesperrte Zone in der Nähe des Pentagons gefahren war. Später teilte das Ministerium für Heimatschutz mit, dass es sich um eine Übung der Küstenwache gehandelt habe. Ein Sprecher der Behörde bestritt, dass Schüsse gefeuert wurden.

In New York läutete um 08.46 Uhr Ortszeit (1446 MESZ) die «Hoffnungsglocke» in der Sankt-Pauls-Kapelle am Ground Zero. Weitere Schweigeminuten wurden zum Zeitpunkt der zweiten Attacke und in den Minuten eingelegt, in denen die brennenden Zwillingstürme in sich zusammengesackt waren.

Bei der Gedenkveranstaltung vor dem Pentagon sagte Obama: «Wir werden niemals bei der Verfolgung von El Kaida und ihrer extremistischen Verbündeten ins Schwanken geraten.» Er fügte hinzu: «Wieder einmal beten wir.» Die Nation habe nach den Anschlägen gelernt, noch enger zusammenzustehen. Es habe sich um unschuldige Opfer gehandelt, die Amerika niemals vergessen werde. Bei der Flugzeugattacke auf das Verteidigungsministerium waren 184 Menschen ums Leben gekommen. Obama sprach von einer «barbarischen Tat». Anschließend legte er einen Kranz nieder.

Hunderte Hinterbliebene versammelten sich auch auf einem Feld in Shanksville (US-Bundesstaat Pennsylvania), wo Passagiere das vierte von Terroristen gekaperte Flugzeug am 11. September 2001 zum Absturz gebracht hatten.

In New York verlasen Eltern, Geschwister und Sprecher von Hilfsorganisationen die Namen der 2752 Opfer, die in den Trümmern der Zwillingstürme ihr Leben verloren. Viele Familien versicherten den Toten unter Tränen ihre Liebe und bekundeten, wie sehr sie sie vermissten. Bei der Zeremonie sprachen Vizepräsident Joe Biden, Bürgermeister Michael Bloomberg und sein Vorgänger Rudy Giuliani, der den Einsatz von hunderten freiwilliger Helfer nach den Terroranschlägen geleitet hatte.

Am Ground Zero, dem einstigen Standort des World Trade Centers im Süden von Manhattan, wird bis heute um eine würdige Gedenkstätte gerungen. Finanzielle und rechtliche Streitereien haben die Wiederbebauung des Geländes immer wieder verzögert. Jetzt hofft die Stadt, zumindest bis zum zehnten Jahrestag einen Erinnerungsort eröffnen zu können.

Der geplante Freiheitsturm («Freedom Tower») wird vermutlich nicht vor 2014 in den New Yorker Himmel ragen. Unklar ist, ob weitere zwei Wolkenkratzer, die das Loch in Ground Zero füllen sollten, angesichts der drastisch geschrumpften Nachfrage nach Büroraum - infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise - überhaupt noch gebaut werden.