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Der in der Türkei geborene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli. Foto: Paul White
Der in der Türkei geborene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli. Foto: Paul White
25.08.2017

Interpol löscht türkischen Suchauftrag nach Autor Akhanli

Lyon (dpa) - Der Suchauftrag gegen den Kölner Autor Dogan Akhanli bei der internationalen Polizeiorganisation Interpol wurde entfernt. «Wir freuen uns, dass Interpol die «Red Notice» gegen Doghan Akhanli gelöscht hat», hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin.Staatssekretär Walter Lindner stehe dazu mit seinem spanischen Kollegen in Kontakt. Unklar blieb zunächst, ob Akhanli Spanien damit wieder verlassen kann. Interpol erklärte am Abend auf Anfrage, die Organisation äußere sich nicht zu einzelnen Fällen. Zuständig seien die beteiligten Staaten.

Auf der Grundlage der «Red Notice» («rote Notiz» oder «rote Ausschreibung») war Akhanli am vergangenen Samstag während eines Spanienurlaubs auf Betreiben der Türkei vorübergehend festgenommen worden. Spanien setzte den in der Osttürkei geborenen Autor aber nach einem Tag wieder auf freien Fuß - allerdings nur unter Auflagen. Er durfte das Land nicht verlassen, musste seinen Reisepass abgeben und sich einmal pro Woche bei den Behörden melden. Ihm drohte die Auslieferung an die Türkei, wo ihm schwere Verbrechen vorgeworfen werden.

Mit einer «Red Notice» kann ein Land dazu auffordern, eine gesuchte Person ausfindig zu machen und vorläufig festzunehmen. Es handelt sich nicht um einen Suchauftrag im Namen von Interpol selbst und nicht um einen internationalen Haftbefehl. Die Polizeiorganisation steuert lediglich die länderübergreifende Kooperation. Das heißt, jedes Land entscheidet selbst, wie es mit einem Fall umgeht.

Allerdings muss auch Interpol Suchaufträge prüfen. Laut Artikel 3 des Interpol-Statuts ist «jede Betätigung oder Mitwirkung in Fragen (...) politischen, militärischen, religiösen oder rassischen Charakters» untersagt.

Damit soll verhindert werden, dass die Organisation zur Verfolgung von Regimegegnern missbraucht wird. Auch Suchaufträge müssen diesem Grundsatz entsprechen. Liegen die Voraussetzungen für die Veröffentlichung einer «Red Notice» nicht (mehr) vor, muss Interpol diese löschen.

Der in der Türkei geborene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli. Foto: Paul White

Paul White

Schreiberling
25.08.2017
Interpol löscht türkischen Suchauftrag nach Autor Akhanli

Also ein Unschuldslamm scheint der Mann auch nicht zu sein. Er wurde vom Vorwurf der Beteiligung an einem Raubmord wohl freigesprochen, das Urteil ist aber NICHT RECHTSKRÄFTIG. Aus heiterem Himmel wird so ein Vorwurf wohl nicht erhoben, der Prozess fand ja schon einige Zeit vor der Säuberungsaktion von Erdogan statt. Und dass er dann meint, er kann mit der Behauptung, man wolle ihn mundtot machen, ungeschoren davonkommen zu können, ist schon dreist. Bei einem solchen strafrechtlichen Vorwurf ...... mehr...

OB-Kandidat
26.08.2017
Interpol löscht türkischen Suchauftrag nach Autor Akhanli

Das Verfahren wegen dessen der Autor über Interpol gesucht wird ist gerade zweitrangig. Der Autor scheint z.B. für den Deutschlandfunk gerade ein Lieblingsthema zu sein. Ob es sich um politische Verfolgung handelt? Jedenfalls passt er sehr gut in die Marschrichtung unserer offiziellen Landesvertreter. Systemkritik an der Türkei verkauft sich zur Zeit gut. Für mich spielen die alle ein grosses Theaterstück auf - hintenrum machen Merkel und Co. ihre Deals mit Erdogan. Wahrscheinlich sind sie ...... mehr...

Anno nymus
26.08.2017
Interpol löscht türkischen Suchauftrag nach Autor Akhanli

Über Interpol zur Festnahme ausgeschrieben wurde er aber nicht wegen dieser Tat sondern wegen Terrorverdacht. Und diese Vorwürfe sind anscheinend recht haltlos.... mehr...

OB-Kandidat
26.08.2017
Interpol löscht türkischen Suchauftrag nach Autor Akhanli

Das wäre mir neu. Die Ausschreibung oder "Red notice" ist aus dem Jahr 2013 und bezieht sich auf das wiederaufgenommene Verfahren wegen einer Straftat. Das Verhalten der deutschen Seite ist in diesem Fall eher nach dem Motto - "der Feind meines Feindes ist mein Freund" gestrickt. Ein fatales Spiel. Bei aller berechtigter Kritik an Erdogan, sollte sich die deutsche Seite trotzdem an die Regeln halten, bzw. den Fall nicht für andere Zwecke benutzen. Schnell gerät ein solcher Schuss sonst zum ...... mehr...