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Die Rialto-Brücke über den Canale Grande in Venedig war ein mögliches Anschlagsziel. Foto: Andrea Merola
Die Rialto-Brücke über den Canale Grande in Venedig war ein mögliches Anschlagsziel. Foto: Andrea Merola
30.03.2017

Terrorzelle zerschlagen: Rialto-Brücke als mögliches Ziel

Rom (dpa) - Eine ausgehobene Terrorzelle in Italien hatte die Rialto-Brücke in Venedig als mögliches Ziel für einen Anschlag im Blick. Anti-Terror-Einheiten der italienischen Polizei verhafteten drei Männer und nahmen außerdem einen verdächtigen Minderjährigen fest, wie die Behörde mitteilte.Bei 12 Hausdurchsuchungen unter anderem im historischen Zentrum der bei Touristen beliebten Lagunenstadt wurde Beweismaterial beschlagnahmt. Die Rialto-Brücke ist wie das Kolosseum in Rom und der Schiefe Turm von Pisa ein Wahrzeichen Italiens.

Die Gruppe sei streng überwacht worden, berichtete Staatsanwalt Adelchi D'Ippolito nach dem Zugriff. Er präsentierte Inhalte von abgehörten Gesprächen zwischen den Terrorverdächtigen, wie die Nachrichtenagenturen ADNkronos und Ansa berichteten.

Einer der Verdächtigen habe demzufolge gesagt, es sei nötig, «eine Bombe auf der Rialto-Brücke zu platzieren». Angesichts der vielen «Ungläubigen», die dort seien, komme man schnell ins Paradies. Sein Komplize habe geantwortet: «Ja, werfen wir eine Bombe und dann: boom, boom». In einem weiteren Zitat heißt es mit Bezug auf den Terroranschlag vom 22. März in London: «Wenn sie mir morgen den Befehl geben, muss ich sie töten.»

«Es ist dieser besorgniserregende und alarmierende Satz, den wir im Zuge der Abhörmaßnahmen aufgedeckt haben», sagte D'Ippolito laut ADNkronos. Ob die Gruppe bereits konkrete Anschlagspläne hatte, wurde nicht bekannt. Die Überwachung habe aber ergeben, dass sich die Männer radikalisierten und auf kriminelle Taten und Attentate vorbereiteten. In Videos der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hätten sie sich etwa darüber informiert, wie mit einem Messer getötet werden könne.

Die Männer, die allesamt aus dem Kosovo stammen, ihren Wohnsitz aber in Italien haben, verherrlichten außerdem die jüngsten Terroranschläge, insbesondere den in London, bei dem vor gut einer Woche fünf Menschen starben und zahlreiche verletzt wurden. Die Ermittlungen gegen die Gruppe waren bereits im vergangenen Jahr eingeleitet worden. «Wir haben jede ihrer Beziehungen, alle ihre Kontakte mit der Außenwelt kontrolliert», sagte D'Ippolito.