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Verschneiter Radweg in Straubing. Meteorologen rechnen durch Tief «Axel» mit reichlich Behinderungen im Straßenverkehr.
Verschneiter Radweg in Straubing. Meteorologen rechnen durch Tief «Axel» mit reichlich Behinderungen im Straßenverkehr. Foto: Armin Weigel
03.01.2017

Tief «Axel» bringt Sturm, Schnee und Flut an der Ostsee

Offenbach (dpa) - Der Winter wird turbulent: Heftige Niederschläge und orkanartige Böen werden bis Mittwochabend über Deutschland hinwegziehen. An der Ostseeküste droht Vorhersagen zufolge in der Nacht zu Donnerstag sogar eine Sturmflut.Tief «Axel» soll zunächst mit orkanartigen Böen um 110 Stundenkilometer über Norddeutschland ziehen. Dabei wird der Westwind nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes DWD reichlich Wasser in die Deutsche Bucht drücken. Auch auf den Berggipfeln rechnen die Meteorologen mit orkanartigen Sturmböen.

In der Ostsee werden nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) Wasserstände von 1,20 bis 1,50 Meter über Normal erwartet. Es sei aber auch nicht auszuschließen, dass es zu Wasserständen über 1,50 Meter kommen könne, sagte Ines Perlet vom BSH am Dienstag. Dies würde einer schweren Sturmflut entsprechen. Ursache sei der derzeit generell hohe Füllungsgrad der Ostsee von etwa 30 bis 40 Zentimeter über Normal. Auch in der Elbe soll die Flut laut BSH schon am Mittwochmorgen bis zu 1,50 Meter höher ausfallen, auf den Inseln und Halligen im Wattenmeer etwa einen Meter.

«Einige werden sich wundern, warum es deshalb bei moderaten Windstärken hohe Wasserstände geben wird», sagte Jürgen Holfort vom BSH. Bei einem hohen Füllungsgrad der Ostsee - wie aktuell - reiche selbst ein kleinerer Sturm aus, um eine größere Sturmflut zu bewirken. Ähnlich schwere Sturmfluten hatten die deutsche Ostseeküste nach Angaben des BSH am 21. Februar 2002 und am 1. November 2006 erreicht.

Im Gebirge wird durch die arktische Luft vom Nordmeer dagegen Schnee erwartet. In Nordwestlagen der Mittelgebirge könnte es bis zu 30 Zentimeter Neuschnee geben, sonst zwischen 10 und 20 Zentimeter. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes rechnen dadurch auch mit Behinderungen im Straßenverkehr, selbst wenn die Schneefallgrenze am Mittwoch bei 400 Metern liegen soll.

In Bayern führte der Wintereinbruch bereits zu Hunderten Unfällen. In Mittelfranken starb auf der A9 ein Mädchen, bayernweit wurden Dutzende Menschen verletzt. Der starke Wind in den Höhenlagen dürfte nämlich für Schneeverwehungen sorgen, die Auswirkungen auf die Straßenverhältnisse haben.

Während die Temperaturen am Mittwoch allerdings noch relativ mild bleiben, wird in der Nacht zu Donnerstag klirrender Frost erwartet.

Vorsicht ist bei plötzlich überfrierender Nässe geboten. Über frisch gefallenem Schnee kann es bis zu minus zehn Grad kalt werden. Sogar Temperaturen von minus 15 Grad sind stellenweise möglich. Tagsüber bleibt es allerdings bei minus 1 bis minus 5 Grad gemäßigter, im Westen kann das Thermometer sogar über den Gefrierpunkt auf maximal 2 Grad steigen.

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