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Das Sturmtief "Axel" beschert dem Norden Sturm und Hochwasser an den Küsten. Foto: Carsten Rehder
Das Sturmtief "Axel" beschert dem Norden Sturm und Hochwasser an den Küsten. Foto: Carsten Rehder
04.01.2017

Tief «Axel» fegt über Deutschland

Offenbach/Rostock (dpa) - Starke Sturmböen, Regen- und Schneeschauer: Tief «Axel» ist in der Nacht zu Mittwoch über Deutschland hinweggefegt. In den Mittelgebirgen und im Bayerischen Wald schneite es zum Teil heftig.

Durch den starken Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 75 Stundenkilometern gebe es mancherorts gefährliche Schneeverwehungen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Auf dem Brocken im Harz und in weiteren Höhenlagen habe es auch orkanartige Böen gegeben. Im Straßen- und Bahnverkehr blieb es aber zunächst weitgehend ruhig.

An der deutschen Nordseeküste warnte das Bundesamt für Seeschifffahrt (BSH) vor einer Sturmflut in den frühen Morgenstunden. Das Morgen-Hochwasser werde etwa 1,50 Meter höher das mittlere Hochwasser ausfallen. Im Weser- und Elbgebiet sogar bis zu zwei Meter.

Und es geht unruhig weiter: Tief «Axel» soll zunächst mit orkanartigen Böen um 110 Stundenkilometer über Norddeutschland ziehen. Auf die deutsche Ostseeküste könnte am Mittwoch und in der Nacht zu Donnerstag die schwerste Sturmflut seit mehr als zehn Jahren zurollen. Eine schwere Sturmflut mit Werten über 1,50 Meter über dem normalen Wasserstand ist nach Angaben des BSH auch dort nicht auszuschließen. Ursache ist nicht nur Tief «Axel» - auch führt die Ostsee zurzeit besonders viel Wasser, weil der Westwind in den vergangenen Tagen viel Nordseewasser in das Nachbarmeer gedrückt hat.

Auf den Berggipfeln rechnen die Meteorologen weiter mit orkanartigen Sturmböen. Autofahrer müssen sich in mehreren Bundesländern auf Beeinträchtigungen einstellen.

Im Gebirge wird durch die arktische Luft vom Nordmeer Schnee erwartet. In Nordwestlagen der Mittelgebirge könnte es bis zu 30 Zentimeter Neuschnee geben, sonst zwischen 10 und 20 Zentimeter. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes rechnen dadurch auch mit Behinderungen im Straßenverkehr, selbst wenn die Schneefallgrenze am Mittwoch bei 400 Metern liegen soll. Der starke Wind in den Höhenlagen dürfte nämlich auch weiterhin für Schneeverwehungen sorgen, die Auswirkungen auf die Straßenverhältnisse haben können.

Im Schienenverkehr gab es auch Beeinträchtigungen. Heftige Sturmböen haben in der Nacht deutschlandweit Bäume auf Bahngleise stürzen lassen. Betroffen war vor allem der Norden, sagte ein Bahnsprecher am Morgen. In Schleswig Holstein gab es Probleme auf den Fernverkehrsstrecken von Hamburg nach Kiel und von Hamburg nach Westerland. In Niedersachsen musste die Bahnstrecke von Bremen nach Hannover zwischen Eystrup und Nienburg gesperrt werden. Der Fernverkehr wurde weiträumig umgeleitet. Lokal fuhr ein Ersatzverkehr mit Bussen.

In Mecklenburg-Vorpommern musste die Strecke zwischen Hamburg und Schwerin bei Holthusen gesperrt werden. Die Züge wurden über Ludwigslust umgeleitet, was zu Verspätungen führte. In Nordbayern kollidierte ein Regionalzug bei Schwarzenbach an der Saale mit einem umgestürzten Baum. Personen kamen nicht zu Schaden.

In Pforzheim und dem Enzkreis mussten in der Nacht zum Mittwoch weder Polizei noch Feuerwehr wegen des Sturmes ausrücken.