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Lebensgefahr durch Baby-Wiegen - da schrillen nicht nur bei Eltern von Säuglingen die Alarmglocken. Mehr als 30 Kinder sollen in den «Rock 'n Play Sleepers» von Fisher-Price zu Tode gekommen sein.
Lebensgefahr durch Baby-Wiegen - da schrillen nicht nur bei Eltern von Säuglingen die Alarmglocken. Mehr als 30 Kinder sollen in den «Rock 'n Play Sleepers» von Fisher-Price zu Tode gekommen sein.
13.04.2019

Über 30 Todesfälle: Millionen Baby-Wiegen von Fisher-Price zurückgerufen

Der amerikanische Spielzeughersteller Fisher-Price hat weltweit Millionen von Babywiegen zurückgerufen. Das teilten die US-Verbraucherschutzkommission CPSC und der Hersteller am Freitagabend (Ortszeit) mit. Anlass waren Berichte über Todesfälle, bei denen sich Säuglinge in der Wiege umgedreht hatten. Von dem Rückruf sind rund 4,7 Millionen Exemplare der «Rock 'n Play Sleepers» betroffen.

Die amerikanische Verbraucherorganisation Consumer Reports hatte zuvor berichtet, dass nach ihren Untersuchungen seit 2009 mindestens 32 Kinder durch die «Rock 'n Play Sleepers» ums Leben kamen. Die Organisation beschrieb Fälle aus den USA, bei denen Säuglinge in ihren Wiegen erstickten. Die Amerikanische Akademie der Kinderärzte (AAP) forderte schon am vergangenen Dienstag den sofortigen Rückruf. «Dieses Produkt ist tödlich», sagte AAP-Präsident Kyle Yasuda.

«Es gab Todesfälle von Säuglingen in "Rock 'n Play Sleepers", nachdem sich die Säuglinge vom Rücken auf den Bauch oder auf die Seite drehten und nicht festgeschnallt waren, oder unter anderen Umständen», schrieb die CPSC. Verbraucher sollten die Wiegen ab sofort nicht mehr benutzen und Fisher-Price wegen einer Rückerstattung oder eines Gutscheins kontaktieren.

Der Hersteller sprach in einer Stellungnahme von einem freiwilligen Rückruf in Abstimmung mit den Behörden. «Während wir weiter zur Sicherheit unserer Produkte stehen, haben wir angesichts der berichteten Vorfälle, in denen das Produkt entgegen den Sicherheitswarnungen und -anweisungen gebraucht wurde, gemeinsam mit der Verbraucherschutzkommission CPSC entschieden, dass der freiwillige Rückruf die beste Vorgehensweise ist.»

Consumer Reports bezeichnete die Entscheidung als längst überfällig. «Es bedurfte zäher Untersuchungen und der Stimmen von Ärzten, Opferfamilien und Anwälten im ganzen Land, um diesen Rückruf Wirklichkeit werden zu lassen. Der Kongress muss der CPSC genauer auf die Finger schauen und sicherstellen, dass sie die Aufpasserin ist, auf die sich die Verbraucher verlassen können», sagte die Präsidentin von Consumer Reports, Marta Tellado.