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Im Jemen sind nach Schätzungen von Hilfsorganisationen sieben Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Foto: Amal al-Ya
Im Jemen sind nach Schätzungen von Hilfsorganisationen sieben Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Foto: Amal al-Yarisi
17.05.2017

Welthungerhilfe: Unnötiges Leid im Jemen und in Afrika

Berlin (dpa) - Die verspäteten Reaktionen auf die Hungerkrisen im Jemen und am Horn von Afrika haben nach Einschätzung der Welthungerhilfe unnötiges Leid verursacht und die Kosten in die Höhe getrieben.«Wir wissen aus Erfahrung, dass wir bei frühem Eingreifen sowohl die Schäden vor Ort als auch die Kosten für die Hilfe extrem reduzieren können», sagte der Vorstandsvorsitzende der privaten Hilfsorganisation, Till Wahnbaeck, in Berlin.

Die internationale Krisenreaktion funktioniere leider meist nach dem Motto: Frühe Warnung, keine Aktion. «Wir wissen inzwischen, dass jeder Euro vor der Krise uns vier bis fünf Euro nach der Krise spart.» Eine Möglichkeit, eine rechtzeitige Hilfe sicherzustellen, wäre eine dauerhafte, Risikovorsorge, etwa über einen Dürre-Fonds. 

Was vor allem den Helfern in Afrika große Sorgen bereitet, ist die Abkehr der USA von den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens. Die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, sagte an die Adresse der Leugner des Klimawandels: «Die Daten sind eindeutig.» In Afrika seien die Folgen des Klimawandels jetzt schon sehr deutlich zu erkennen.

Die Welthungerhilfe nahm 2016 nach eigenen Angaben durch Spenden und institutionelle Zuschüsse knapp 264 Millionen Euro ein. Das sind fast 50 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Jahresbilanz der Organisation hervorgeht, floss ein Großteil der Mittel im vergangenen Jahr in den Irak, den Sudan, den Südsudan, nach Sierra Leone und in die Hilfe für syrische Flüchtlinge in der Türkei.

Im Bürgerkriegsland Jemen sind nach Schätzungen von Hilfsorganisationen sieben Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. In Ostafrika herrscht zur Zeit die schlimmste Dürre seit fünfzig Jahren. Verschärft wird diese Krise durch bewaffnete Konflikte, vor allem im Südsudan.