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Olaf Backhaus, Leiter der Technischen Dienste der Stadt, zeigt einen 35-Liter-Einsatz. Foto: Ketterl
Olaf Backhaus, Leiter der Technischen Dienste der Stadt, zeigt einen 35-Liter-Einsatz. Foto: Ketterl
10.09.2018

120-Liter-Behälter: Rentnerin klagt über zu schwere Mülltonnen

Pforzheim. Lieselotte G. (Name geändert) ärgert sich. Nachdem die Pforzheimerin beschlossen hatte, sich eine Biotonne zuzulegen, wollte die 85-Jährige von ihrer 60-Liter-Restmülltonne auf eine 35-Liter-Tonne umsteigen. Doch als der neue Abfalleimer dann vor ihrer Tür stand, traf die Rentnerin der Schlag.

„Das war ein Monstrum“, beschreibt Lieselotte G. die 120-Liter-Tonne, bei der ein Einsatz dafür sorgt, dass nur 35 Liter Restmüll hineinpassen. „So ein kopflastiges, schweres Ungetüm kann ich kaum bewegen, ich habe mich in meinem Alter schließlich nicht zum Müllwerker entwickelt“, erklärt die 85-Jährige. Kurzentschlossen verweigerte Lieselotte G. die Annahme der 120-Liter-Tonne und blieb notgedungen bei ihrem alten Restmüllbehälter. Zunächst in der Hoffnung, dass auch bei einem 60-Liter-Eimer ein 35-Liter-Einsatz möglich sei, der für ihre reduzierte Restmüllmenge ausreichen würde. Doch das, so sei ihr bei der Stadt mitgeteilt worden, funktioniere nicht, erzählt die 85-Jährige und vermutet dahinter System: Weil ihnen die 120-Liter Tonne zu groß sei, blieben vielleicht gerade ältere Leute bei ihren alten 60-Liter-Behältern und bescherten der Stadt dadurch mehr Einnahmen. Der Leiter der Technischen Dienste, Olaf Backhaus, hingegen verwehrt sich gegen den Begriff der „Abzocke“. Ihm zufolge hat es technische Gründe, warum der 35-Liter-Einsatz nicht in den 60-Liter-Tonnen verwendet wird. „Man hätte dann ein Stabilitätsproblem“, sagt Backhaus.

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