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Wie von der Anklagebehörde gefordert stellten die Richter auch eine besondere Schwere der Schuld fest. Foto: Uli Deck/Sy
Freispruch © Symbolbild dpa
03.02.2016

13-jährige Pforzheimerin vergewaltigt? Freispruch in Missbrauch-Fall

Im Fall um den zweifachen sexuellen Missbrauch einer zum Tatzeitpunkt 13-jährigen Pforzheimerin ist der Angeklagte am Mittwoch freigesprochen worden. Es sei nicht zweifelsfrei nachweisbar gewesen, dass der heute 56-jährige Angeklagte Karl M. an der heute 23-jährigen Nebenklägerin Sabine L. (alle Namen geändert) 2005 sexuelle Handlungen vollzogen habe.

Auch Staatsanwältin Christine Roschinski hatte gesagt: „Man kann die Taten nicht mit letzter Sicherheit nachweisen.“ Auch sie plädierte auf Freispruch, obgleich sie der Überzeugung war, dass die Nebenklägerin in der Wohnung des Angeklagten gewesen war, was dieser bestritt. Dass auch am Ende der Hauptverhandlung nicht sicher sei, was genau passiert war, bedeute weder, dass die Nebenklägerin gelogen habe, noch, dass der Angeklagte tatsächlich unschuldig sei. Die Aussage von Sabine L., der Angeklagte habe sie 2005 zweimal in seiner Wohnung gezwungen, sich zu entkleiden, und sie unsittlich berührt, während ihr damaliger Freund zusah, war von einer psychologischen Gutachterin als nicht glaubwürdig eingestuft worden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass wegen der Borderline-Erkrankung der Nebenklägerin die Wahrheit mit eigenen Vorstellungen vermischt worden sein könnte. Dadurch, dass gegen den einzigen weiteren Zeugen, der bei den Vorfällen anwesend gewesen sein soll, ein gesondertes Verfahren läuft, machte dieser vom Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch. Zuvor hatte er bei der Polizei bestritten, je eine Beziehung mit der Frau gehabt oder mit dieser bei dem Angeklagten gewesen zu sein. Richter Karl-Michael Walz betonte, er wie die beiden Schöffen seien überzeugt, dass Sabine L. keine wissentliche Falschaussage gemacht habe.

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