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Bezaubernde Brautschau: Mehrere große Auftritte haben weibliche und männliche Models im CCP, wo auch Sängerin „Miss Kavila“ (Dritte von rechts) aufhorchen lässt. Foto: Ketterl
Mann trägt Fliege, manche fliegen auf Blau: Cristina Scholz und Julian Caward lassen sich von Simon Vollmer und Karsten Jung vom „Modehaus Jung“ (von links) beraten. Foto: Ketterl
Gerne klassisch: Wilfried Sailer vom gleichnamigen Fachgeschäft in Maulbronn mit Beatrice Weber (rechts) und ihrer Mutter Rebekka. Foto: Ketterl
Der Hochzeitstisch will festlich gedeckt sein: Erna Spahic (Mitte) vom „Parkhotel“ macht Lorenzo Candiello und Jessica Masi Appetit. Foto: Ketterl
Ein Schmuckstück fürs Leben: Patrik Wagner und Vanessa Raulf suchen sich bei Andrea Alt (von links) vom Wimsheimer Juwelier Söhnle die Eheringe aus. Foto: Ketterl
Tanzt mit dem Feuer: Stefanie Fleschutz aus Heimsheim. Foto: Ketterl
06.01.2017

17. „Hochzeitstag“ bietet Edles, Raffiniertes und Spektakuläres

Pforzheim. Hunderte Liebespaare gehen an diesem Dreikönigstag im Wortsinn auf Brautschau. Zum Gesang von „Miss Kavila“ – am Ende umflattert von glänzendem Flitter – schweben Models über die Bühne des CongressCentrums. Weiß dominiert, und doch ist die modische Vielfalt für den großen Tag gewaltig. Frau kann klassisch mit Schleppe und Schleier zum Altar treten, aber auch rücken- und schulterfrei, rüschenumrankt, in Rosé und, ja, sogar in Schwarz, wenn Steinchen das Dekolleté funkeln lassen.

Der 17. „Hochzeitstag“ führt vor Augen, vor welchen Entscheidungen Braut und Bräutigam stehen. Alles ist drin, nichts scheint unmöglich. Und doch, berichten Jutta und Ben Epple, die Veranstalter der Messe und Inhaber des Fachgeschäfts „Glamourös“ im VolksbankHaus, geht der Trend „zurück zum Klassischen und zur Qualität“. Darauf haben sich die rund 50 Aussteller eingestellt.

Es darf glitzern und soll funkeln

Schlicht und einfach soll es sein, berichtet ein Paar aus Göbrichen, das im Juni heiraten will, klassisch, aber mit eigener Note: „Noch sind wir ganz entspannt.“ Für die eigene Note finden sich hier viele Ansprechpartner. Elfriede Reuck vom Juwelier Diemer etwa, die echten oder ebenfalls pompösen, aber günstigeren Swarovski-Schmuck präsentiert – gerade bei jungen Leuten oft eine reizvolle Alternative: „Für die Hochzeit darf es schon etwas mehr glitzern, da will man funkeln und strahlen.“

Bildergalerie: Pforzheimer Hochzeitsmesse im CCP

Bei den Eheringen stehe die schlichte Variante hoch im Kurs, berichtet Andrea Ast am Stand des Wimsheimer Juweliers Söhnle. Doch es gebe natürlich auch ausgefallene Wünsche. „Im Baukastensystem“ ließen sich Ringe kreieren: zweifarbig etwa in Weißgold und Rosé, aber auch dunkel aus Karbon. „Oft können sich Paare nicht einigen“, sagt Ast. Nicht selten wählt er dann eine einfache, sie die verspieltere Variante.

„Ein Jahr Vorbereitung braucht es schon“, weiß Nicole Seifert aus Kieselbronn, die am 9. 9. Kevin Knöller das Jawort geben will. Tatsächlich ist der Weg weit von den Einladungskärtchen – es gibt sie hier auch mit eingearbeitetem „Taschentuch für Freudentränen“ – bis zur Hochzeitsreise, die je nach Gusto und Portemonnaie nach Mauritius oder in die USA führen kann. Torten – klein und fein oder mehrere Etagen hoch. Fotomotive – künstlerisch in Schwarz-Weiß oder cool auf dem Motorrad. Veranstaltungsorte – rustikal wie Vito Federicos „Goldstadt-Ranch“ oder edel wie „Mönchs Waldhotel“ und Pforzheims „Parkhotel“. Inzwischen gebe es eine ganz neue Speisenauswahl, die individuelle Wünsche berücksichtige, berichtet „Parkhotel“-Mitarbeiterin Erna Spahic: gerne auch frei von Gluten, Laktose oder anderen Allergenen, abgestimmt auf Vegetarier oder Veganer. Für Wirbel sorgt Stefanie Fleschutz aus Heimsheim: Ihre Show bringt Feuer in die Feier.

Besonders im Fokus steht vor und abseits der Bühne die Mode, darunter „Zauberdirndl“ von der noch recht frisch vermählten Wibke Eberlein: „Nachdem ich geübt habe letztes Jahr, kann ich es jetzt weitergeben.“ Viele Gespräche werden aber auch am Stand der Kirchen geführt. Oft werde nach einer ökumenischen Gestaltung gefragt, sagt der katholische Pastoralreferent Tobias Gfell. Laut der evangelischen Pfarrerin Ruth Nakatenus hat sich ein Bewusstsein dafür entwickelt, „dass wir Lebensmittel nicht durch die Gegend schmeißen“ – fliegender Reis ist also out. Immer seltener beharrten Frauen darauf, vom Vater an den Altar geführt zu werden. Der Brauch stamme aus Zeiten, als Frauen als Eigentum galten, das an den Ehemann überging. „Ich will einfach, dass die Leute wissen, was sie tun“, sagt Nakatenus.

Solch eine Messe sei wichtig, um einen Überblick zu erhalten, betonen Susan Roßberg und An-dreas Heckmann aus Karlsruhe. „Man weiß dann auch, was man nicht will“, urteilt ein Paar am Ende seiner Tour durch die weiten Hochzeitswelten. Alle eint ein Wunsch, den Jessica Wendler und Kevin Leible aus Östringen auf den Punkt bringen: „Wir wollen einfach einen tollen Tag.“