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THG-Lehrer Michael Kohler machte diesen Schnappschuss: Er befindet sich mit US-Partner-Lehrer Hank Schwab und dessen Familie in der Garage. Zusammen trotzen sie Wirbelsturm "Sandy". © Kohler
30.10.2012

17 THG-Schüler mittendrin im Monster-Sturm "Sandy"

Ich gehe davon aus, dass sie alle in Sicherheit sind“, sagt Udo Kromer, Schulleiter des Pforzheimer Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG). 17 Schüler befinden sich zum Austausch in North Brunswick im Bundesstaat New Jersey – 45 Autominuten von New York City entfernt. Dort, wo Sturm „Sandy“ tobt.

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Mindestens 26 Menschen sind in den USA ums Leben gekommen, Millionen Haushalte waren ohne Strom. Der Wirbelsturm hat nach Expertenmeinung Schäden zwischen zehn und 20 Milliarden US-Dollar (7,7 bis 15,4 Milliarden Euro) angerichtet. An der Südspitze Manhattans stieg das Wasser etwa 4,30 Meter über Normal – gut einen Meter mehr als der bisherige Rekord von 1960. Der Sturm hat in der Metropole das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. Die New Yorker Verkehrsbetriebe sprachen von der schwersten Zerstörung in der 108-jährigen Geschichte der U-Bahn.

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Am Dienstag um 2.59 Uhr mitteleuropäischer Zeit, also eineinhalb Stunden nach dem Aufprall von „Sandy“ auf die Ostküste der USA, erreichte die PZ-Redaktion die bislang jüngste E-Mail des THG-Begleitlehrers Michael Kohler. Nach seinen Angaben sind alle Austauschschüler wohlauf. Offenbar ist danach auch in North Brunswick der Strom ausgefallen. Das bestätigte am Abend der 15-jährige Bastian, der sich telefonisch aus New Jersey meldete.

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Kohler hat das Wüten der Naturgewalten in der Garage des Wohnhauses der Gast-Lehrer miterlebt. Der 38-Jährige berichtet von Hamsterkäufen in den vorangegangenen Tagen. Die Menschen hätten sich mit Lebensmitteln und Holzkohle eingedeckt. Angesichts von „eimerweise Regenfällen“ sei auch in New Jersey mit Überschwemmungen zu rechnen. Noch am Sonntag sei er mit seinen Schülern in New York City gewesen. „Alles schien ruhig und friedlich, dennoch lag eine seltsame Spannung über Manhattan“, berichtet Kohler, der per E-Mail Kontakt mit seinen Schülern hielt.

Nach PZ-Informationen hält sich auch Siegbert Sonnenberg, Kepler-Schulleiter und Geschäftsführender Leiter der Pforzheimer Gymnasien, mit seiner Frau im New Yorker Stadtteil Brooklyn auf.

„Sandy“ zieht nun nach Norden. „Es bleibt gefährlich“, warnen Meteorologen.

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