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Ein 19-jähriger Türke, der im Verdacht steht, mit einem Betonmischer eine Crashtour durch Pforzheim absolviert zu haben, sitzt nun wegen einer anderen Straftat, gegen die ein Haftbefehl bestand, in einer Justizvollzugsanstalt. © Symbolbild: dpa
Der gestohlene Betonmischer auf der B10/Eutinger Straße. © Privat
02.03.2017

19-jähriger mutmaßlicher Crash-Fahrer bestreitet Tat - Trotzdem in U-Haft

Pforzheim. Wie PZ-news schon am Mittwoch erfahren hat, konnte der 19-jährige und in Pforzheim lebende Türke, der verdächtigt wird, am Sonntagabend von einer Eisenbahntunnel-Baustelle zwischen Pforzheim und Ispringen einen Betonmischer entwendet und damit mehrere Verkehrsunfälle verursacht zu haben, gefasst werden. Aber: Der junge Mann bestreitet, die Fahrt mit dem Betonmischer unternommen zu haben.

Er wurde am Dienstagnachmittag auf dem Faschingsumzug in Kämpfelbach von Polizeibeamten erkannt und widerstandslos festgenommen. Bekannt geworden ist er der Polizei bislang nur durch „Kleinigkeiten“, so eine Polizeisprecherin. Zum Wochenanfang galt, dass er die Tat wohl ohne politischen oder radikal-religiösen Hintergrund begangen haben soll. Noch ungeklärt ist die Frage, wie die Polizei so schnell wissen konnte, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um den jungen Mann aus Pforzheim handeln soll. Der jetzt gefasste 19-Jährige zumindest behauptet, nicht der Betonmischer-Dieb und Chaos-Fahrer gewesen zu sein.

Bislang gibt es also kein Geständnis von ihm. Trotzdem bleibt er nicht auf freiem Fuß. Da gegen den 19-Jährigen wegen einer anderen Straftat ein Haftbefehl bestand, wurde er am Mittwoch dem Haftrichter beim Amtsgericht Pforzheim vorgeführt, der die Einlieferung in eine Justizvollzugsanstalt anordnete.

Der Tatverdächtige soll am Sonntag mit einem Betonmischer in Pforzheim eine Spur der Verwüstung hinterlassen und dann sein Heil in der Flucht gesucht haben. Warum er sich gerade auf dem von der Polizei überwachten Faschingszumzug sehen ließ, ist unklar. Von der Tunnelbaustelle zwischen Pforzheim und Ispringen soll der junge Mann am Sonntagabend gegen 21.20 Uhr den Betonmischer gestohlen haben. Als der Dieb davonfuhr, nahm der rechtmäßige Fahrer des Lastwagens mit seinem privaten Auto die Verfolgung auf. Der Tatverdächtige flüchtete nach Pforzheim und streifte an der Hohenzollernstraße ein am Fahrbahnrand geparktes Auto. Ohne zu stoppen fuhr er weiter.

An der Kreuzung Heinrich-Wieland-Allee schob sich sein Verfolger an der roten Ampel vor das Betonmischfahrzeug, um den Täter zum Anhalten zu bewegen. Unbeeindruckt davon soll der 19-Jährige seine Fahrt in Richtung Blücherstraße fortgesetzt haben. Dabei wurden zum einen das Auto des Betonfahrers beschädigt, das danach nicht mehr fahrtüchtig war, und zum anderen die Ampelanlage.

Auf seiner weiteren Flucht hinterließ der Lastwagendieb Schäden an vier weiteren geparkten Autos. Als er schließlich an der Kreuzung Zeppelin-/Eutinger Straße nach rechts in Richtung Stadtzentrum einbog, geriet er in den Gegenverkehr. Er prallte dort mit einem VW zusammen, dessen 50-jähriger Fahrer leicht verletzt wurde.

Weil der verunfallte VW nun quer auf der Fahrbahn stand, konnte ein 22-jähriger Autofahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen und stieß mit dem VW zusammen. Der Fahrer und seine Beifahrerin erlitten leichte Verletzungen.

Aber auch das schien Tatverdächtigen nicht sonderlich zu beeindrucken. Er stellte dann an der Kreuzung Eutinger Straße/Lindenstraße sein Fahrzeug am rechten Straßenrand ab und lief zu Fuß davon. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 60.000 Euro.

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