nach oben
So lobet alle Gott – mit gutem Beispiel geht Landesbischof Ulrich Fischer voran, links Landeskirchenmusikdirektor Kord Michaelis, daneben Dekanin Christiane Quincke und Pfarrer Gero Albert. © Ketterl
07.07.2013

200 Chöre und 3000 Musikbegeisterte feierten badisches Chorfest

Pforzheim. Mit einem vielfältigen Programm an Konzerten, Mitsingstationen und Gottesdiensten hat das badische Chorfest am Wochenende etwa 3000 Musikbegeisterte nach Pforzheim gezogen.

Bildergalerie: Impressionen vom Chorfest Baden - 1

Mehr als 200 Chöre und Ensembles legten einen Klangteppich auf die zentralen Plätze, Kirchen und das CongressCentrum in der Goldstadt. Als eine „Tankstelle des Glaubens“ würdigte der badische Landesbischof Ulrich Fischer das kirchenmusikalische Großereignis. Ein solches Fest helfe den Menschen, besser zurechtzukommen mit all dem Belastenden, das wir in unserem Leben durchmachen müssten.

Bildergalerie: Impressionen vom Chorfest Baden - 2

Aus ganz Baden präsentierten sich bei bestem Wetter Kirchenchöre, Kammerchöre und Kantoreien, Gospelchöre, Kinderchöre und Jungbläser und luden zum Beispiel auf der „Musikmeile“ in der Fußgängerzone zum Mitsingen ein. Auch das Glockenspiel auf dem Neuen Rathaus wurde in ein Konzert mit einbezogen. „Pforzheim war als Stadt der kurzen Wege für das neue Format des Chorfestes ein guter Ort“, zog Gero Albert, Landesobmann des badischen Kirchenchorverbandes, ein positives Resümee.

Bildergalerie: Impressionen vom Chorfest Baden - 3

Musikalische Höhepunkte waren unter anderem der Auftritt der A-cappella-Band „Viva Voce“ und die beiden Open-Air-Konzerte von Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ auf dem Waisenhausplatz, bei dessen zweiter Aufführung das Publikum mitsingen konnte. Mehr als 500 Kinder sangen in der Stadtkirche beim Musical „Gesprengte Ketten“ mit. „Es war überaus bewegend, die große Schar der Kinder zu erleben, wie sie ‚Nun danket alle Gott‘ singen“, sagte die Leiterin Karen Kirschenbauer. Die Brettener Bezirkskantorin Bärbel Tschochochei schätzte das Chorfest als Gelegenheit, sich mit anderen kirchenmusikalisch Aktiven aus ganz Baden zu treffen, und zugleich nach außen zu wirken, um Menschen neugierig auf die Kirchenmusik zu machen.

Der Festgottesdienst mit 2500 Mitfeiernden bildete am Samstagnachmittag den Mittelpunkt des Chorfestes, das in dieser Form erstmals in Baden veranstaltet wurde. In seiner Predigt rief Landesbischof Fischer dazu auf, sich auch auf Wandlungsprozesse im kirchenmusikalischen Leben einzulassen. Er würdigte unter anderem die „beeindruckenden Aufbrüche in der Kinderchorarbeit“ und neuere Formen der Projektarbeit. Angesichts teils zurückgehender Zahlen an Sängerinnen und Sängern in den Kirchenchören bekräftigte der Landesbischof: „Wir erleben eben in unseren Chören nicht einfach nur Mangel. Wir erleben neue Fülle, die sich einstellen kann, wenn wir bereit sind, uns zu wandeln.

 

Zum Auftakt des Chorfestes hatte Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager dazu ermutigt, „dem Schöpfer dankbar zu sein für das Geschenk der menschlichen Stimme, dem größten Instrument“. Der Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Christian Höppner, würdigte die Kirche als „größten Kulturträger im musikalischen Bereich“. Die Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Petra Bahr, rief die Christen dazu auf, die selteneren Kirchgänger zum Singen zu ermutigen. Die Kirchenmusik verwandele „Zorn und Bitterkeit in Lebenslust. Sie transportiert Botschaften in tiefere Schichten des menschlichen Bewusstseins, als es Predigten je können“. Auch stecke in den traditionellen Kirchenliedern „eine Art Überlebenswissen für heute, das nicht vergeht, solange wir weitersingen“, sagte Bahr.