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Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 forderte über 17000 Tote © Ketterl
22.02.2011

23. Februar 1945: Angriff auf Pforzheim fordert 17000 Tote

PFORZHEIM. Pforzheim gedenkt dem 66. Jahrestag des verheerenden Luftangriffs durch bomber der Royal Air Force am Abend des 23. Februar 1945. Die Chronik des Infernos: Schon von den frühen Morgenstunden an ertönen an jenem Freitag immer wieder die Sirenen und warnen vor „akuter Luftgefahr“. Die öffentlichen Luftschutzräume und die privaten Keller sind ständig besetzt.

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Um 17.28 Uhr überfliegen 361 viermotorige Lancaster-Bomber die französische Küste bei Le Havre. Südlich von Paris dreht der Kampfverband nach Nordosten ab und erreicht zwischen Straßburg und Karlsruhe deutsches Gebiet. Die deutsche Flugabwehr wird durch Scheinangriffe auf Darmstadt, Frankfurt, Worms und Essen abgelenkt.

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Um 19.45 Uhr ertönt das Signal „Akute Luftgefahr“, zwei Minuten später kreisen die „Pfadfinder“ und die Maschine des Leitoffiziers über Pforzheim. Zuvor haben sieben schnelle Jagdbomber („Mosquitos“) das Zielgebiet über der Stadt mit Leuchtbomben markiert.

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Der Angriff dauert von 19.50 bis 20.12 Uhr. Die Bombenabwürfe erfolgen in Wellen von Westen nach Osten. Doch in den Kellern hört man die Einschläge, als ob sie von Ost nach West erfolgen. Denn: Die „Lancaster“ überfliegen die Stadt in vier Wellen. Die erste geht bis zum Gaswerk, dann folgen die nächsten drei – erfolgen Abwürfe auf Höhe des Durlacher Bahnübergangs. So scheint es, als kämen die Flieger von Osten.

Es wird eine Fläche von drei Kilometern in Ost-West-Richtung und von 1,5 Kilometern in Nord-Süd-Ausdehnung völlig zerstört. Es fallen 663 Tonnen Sprengbomben und 744 Tonnen Brandbomben. Viele sind mit Zeitzündern versehen und täuschen so einen längeren Angriff vor. Mehr als 17 000 Menschen finden den Tod.

Willy Wolf, damals 14 Jahre alt, beschreibt in der Mittwoch-Ausgabe der PZ, was er in jener Nacht und am Tag danach erlebt hat.

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