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Kerzen gegen Fackeln: Auf dem Marktplatz setzen Bürger am Jahrestag der Zerstörung Pforzheim ein Zeichen gegen Gewalt und für Frieden und Toleranz.  Foto: Ketterl 

23. Februar in Pforzheim: Gedenken auf dem Hauptfriedhof, Lichtermeer auf dem Marktplatz

Pforzheim. Die Stadt Pforzheim gedenkt am Freitag, 23. Februar, in zahlreichen Veranstaltungen der Opfer der Zerstörung im Jahr 1945. Zum 73. Jahrestag des Luftangriffs auf Pforzheim hat die Stadt in Kooperation mit Vertretern aus den Bereichen Kirche, Kultur und Gesellschaft ein Programm unter dem Motto „Pforzheim schaut sich um! 23. Februar 1945 – 23. Februar 2018“ zusammengestellt.

Oberbürgermeister Peter Boch hält um 16 Uhr eine Ansprache bei der zentralen Gedenkveranstaltung auf dem Hauptfriedhof. Im Anschluss daran findet die Kranzniederlegung am Großkreuz statt. Dekanin Christiane Quincke (Evangelische Kirche) spricht Worte des Gedenkens und Pfarrer Georg Lichtenberger (Katholische Kirche) das Gebet. Musikalisch umrahmt wird die Gedenkfeier durch Choräle der Bläsergruppe des Feuerwehr-Musikzuges Pforzheim unter der Leitung von Dr. Bernd Windelband. Im Rahmen der Gedenkfeier wird das Wandernagelkreuz an Vertreter der evangelischen Partnergemeinde der Stadtkirchengemeinde Pforzheim aus Michendorf-Wildenbruch übergeben. An der Gedenkveranstaltung auf dem Hauptfriedhof nimmt auch eine Delegation aus Pforzheims baskischer Partnerstadt Gernika teil.

Zur Gedenkfeier auf dem Hauptfriedhof am 23. Februar fährt um 15.30 Uhr ein Sonderbus ab Haltestelle Leopoldstraße, Steig 13. Zurück zum Leopoldplatz fährt der Sonderbus um 17 Uhr ab Hauptfriedhof Eingang Ost.

Am Abend des 23. Februar 2018, findet um 19.30 Uhr die Gedenkveranstaltung „Lichtermeer“ auf dem Marktplatz statt. Im Rahmen dieses Gedenkens findet eine von Dekanin Christiane Quincke anmoderierte Kundgebung mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Peter Boch sowie einer kurzen Lesung statt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zünden Kerzen an, die im „Stadtlabor“ (Rathauspavillon am Marktplatz) erhältlich sind. So entsteht ein Meer aus Lichtern, während die Glocken der Pforzheimer Kirchen zwischen 19.50 und 20.10 Uhr zum Gedenken an die Minuten des Angriffs geläutet werden. Der gemeinsame Segen der verschiedenen Religionen schließt die Veranstaltung ab.

Am Abend des 23. Februar 1945 griffen alliierte Bomber Pforzheim an. Im 22-minütigen Bombenhagel und dem anschließenden Feuersturm starben bis zu 17.600 Menschen. Zwei Drittel des Pforzheimer Stadtgebietes wurden zerstört. Die Bombardierung veränderte nicht nur das architektonische Gesicht der Stadt – sie prägt bis heute das Leben derer, die das Inferno überlebten: Das Erinnern an den 23. Februar 1945 und seine Ursachen bilden wesentliche Bestandteile der Identität der Pforzheimer.