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Alle Jahre wieder versuchen linksgerichtete Gegendemonstranten, zur Neonazi-Fackelaktion durchzubrechen. Ein starkes Polizeiaufgebot hindert sie daran. Foto: Meyer

23. Februar in Pforzheim: So rüstet sich die Polizei für den Gedenktag

Pforzheim. Sowohl das Polizeipräsidium Karlsruhe als auch die Stadtverwaltung Pforzheim erwarten am diesjährigen Gedenktag an die Zerstörung Pforzheims im Zweiten Weltkrieg mehr Teilnehmer bei friedlichen Veranstaltungen und brisanten Kundgebungen. Grund ist, dass dieser 23. Februar auf einen Samstag fällt. Die Polizei will wie in den Vorjahren mit mehreren Hundertschaften, aber auch Deeskalationsteams und durch Ansprachen über soziale Netzwerke eine Konfrontation von Neonazis mit ihrem und linken Gegendemonstranten auf dem Wartberg verhindern.

„Das mobilisiert mehr Demonstranten, auch gewaltbereite, und auch überörtlich“, sagt Raphael Fiedler, Leiter der Pressestelle beim Polizeipräsidium Karlsruhe, mit Blick auf die an einem Samstag drohende Konfrontation zwischen Rechtsradikalen und Gegendemonstranten, die den Tag seit vielen Jahren beeinträchtigt. Die Neonazis des „Freundeskreis Herz für Deutschland“ versammeln sich bekanntlich seit den 1990er-Jahren um 19.30 Uhr auf dem Wartberg, um am Jahrestag des Bombardements und seiner 17.000 Toten am Ende des Hitler-Kriegs auf ihre Weise mit Fackeln die Nazizeit und ihre Folgen für Pforzheim in Erinnerung zu rufen. Das wiederum ruft seit rund 15 Jahren linke, teils gewaltbereite Gegendemonstranten aus dem Raum Pforzheim, aber auch von weiter her auf den Plan.

„Mehrere hundert Polizeibeamte“ werden am 23. Februar auf dem Wartberg im Einsatz sein, um das Aufeinandertreffen zu verhindern – genauer sagt Fiedler es nicht, um nicht zu viel über die polizeiliche Einsatztaktik zu verraten. Nur so viel: Bei allem Bemühen um Effizienz bei diesem Einsatz werde man den Personalaufwand im Vergleich zu den Vorjahren kaum verringern können. Mal war da unter der Hand von 800, mal von 500 Beamten die Rede, die vor Ort waren. Wie in früheren Jahren wird es auch diesmal Anti-Eskalationsteams vor Ort geben. Auch über soziale Netzwerke will die Polizei laut Fiedler die Demonstranten von Ausschreitungen abhalten.

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Aufmerksam registriert worden sind die Hinweise der Linken auf den Tag, in Pforzheims Bahnhofsunterführung mit Kreide angebracht und ansonsten in sozialen Netzwerken übers Internet veröffentlicht. Der Blick der Polizei gilt auch der rechten Szene: „Wir rechnen mit rund 100“, sagt Fiedler bezüglich der Teilnehmerzahl der Fackel-Aktion. Auch hier etwas mehr als in den Vorjahren.

Auch das Rathaus rechnet wegen des Samstags mit mehr Teilnehmern an allen Veranstaltungen, wie Pressesprecher Philip Mukherjee mitteilt. „Wir befinden uns im steten Austausch mit der Polizei“. Diese Woche hätten letzte Gespräche mit den Versammlungsanmeldern stattgefunden, kommende Woche sei die abschließende Einsatzbesprechung mit Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehr im Rathaus anberaumt. „Die Gewerbebetriebe am Wartberg wurden Anfang Februar über mögliche Einschränkungen am Gedenktag informiert.“ Die Anwohner sollen am Freitag, 15. Februar, per Flyer in Kenntnis gesetzt werden. An den Kreuzungen Bauschlotter Straße/B 294 und Kieselbronner beziehungsweise Göbricher Straße könne es Sperrungen geben. „Anlieger werden jedoch durchgelassen.“ Die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt findet um 16 Uhr auf dem Hauptfriedhof statt. Um 19.30 Uhr laufen wieder zahlreiche friedliche Aktivitäten der Stadtgesellschaft auf dem Marktplatz zu einem Lichtermeer zusammen, zu dem 500 Teilnehmer erwartet werden.

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