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Beim Start der 24-Stunden-Wanderung auf der Wilferdinger Höhe geht Bruno Kohl vorneweg.  Foto: Tilo Keller 

24-Stunden-Wanderung: Gute Stimmung trotz schlechten Wetters

Pforzheim. Glücklich und erschöpft erreichen am Sonntagnachmittag 120 Wanderer ihr Ziel im Wildpark. Dort lassen sie sich die wohlverdienten Bratwürste schmecken und stoßen gemeinsam auf die gemeisterte Herausforderung an. Hinter ihnen liegen 24 anstrengende Stunden, in denen sie eine Strecke von 78 Kilometer mit 1230 Höhenmetern Auf- und Abstiegen bezwungen haben.

Dem wolkenverhangenen Himmel sowie den schmerzenden Gliedern und Blasen an den Füßen zum Trotz herrscht eine durchweg gute Stimmung beim Abschlussfest, das die beiden Musiker Manfred Strobel und Erwin Haller traditionsgemäß begleiten.

Bereits zum fünften Mal organisierten der Deutsche Alpenverein Sektion Pforzheim und der Schwarzwaldverein Bezirk Schwarzwaldpforte die jährlich stattfindende 24-Stunden-Wanderung. Geplant wurde die Tour zum wiederholten Mal von Bruno Kohl, Mitglied des Alpenvereins, der die Teilnehmer in nahegelegene und trotzdem eher selten betretene Gebiete von der Enz über die Berge bis zur Würm führte. Von der Wilferdinger Höhe aus ging es zunächst in Richtung Norden ins Eisinger Tal und anschließend durch den Kraichgau über das Kloster Maulbronn und Mühlhausen weiter in Richtung Westen.

Ab den frühen Morgenstunden führte der Weg über Wimsheim und die Burg Liebeneck schließlich zurück nach Pforzheim. Als Höhepunkte boten sich laut Kohl unter anderem „herrliche Blicke von der Neulinger Platte auf den Schwarzwald und eine wunderbare Aussicht oberhalb der Weinberge beim Elfinger Hof in Maulbronn“.

An sechs Stationen verpflegten Vereine und Privatpersonen die Wandergruppe mit Essen und Getränken, die durch die Anmeldegebühr sowie Sponsorengelder finanziert wurden. Unvergleichlich sei das Frühstücksbuffet der Wimsheimer Feuerwehr gewesen. „Dort konnte ich für den letzten Schub noch einmal richtig Kraft tanken“, erzählt Daniel Keller, der sich bereits zum fünften Mal der Wanderung angeschlossen hat. Auch Karl-Wilhelm Groß ist bereits dreimal aus der Südpfalz angereist, um dem aus seiner Sicht immer wieder tollen Erlebnis beizuwohnen.

Viele der Teilnehmer seien Wiederholungstäter, meint Kohl lachend. Er schätzt die Altersgrenzen auf 14 sowie 82 Jahre. Neben vielen 50- bis 65-Jährigen sei vor allem ein starkes Mittelfeld mit 24- bis 34-Jährigen vertreten. So ergebe sich eine gute Mischung aus jungen und alten sowie neuen und altbekannten Gesichtern. Thomas Bastian war in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Er hatte sich vorgenommen, seinen eigenen Grenzen zu testen, und zieht als Fazit: „Der Mensch kann oft mehr, als er glaubt.“ Auch Kohl ist von der Disziplin der Wanderer begeistert. Von 150 Gestarteten haben nur 30 frühzeitig aufgegeben. Außerdem blieb die Gruppe lange Zeit beisammen. Erst gegen Ende folgte ein Teil der Ausschilderung und GPS-Daten auf eigene Faust. Belohnt werden einige der Teilnehmer mit Tombola Preisen. Hauptgewinner Simon Schäfer darf sich über einen Gutschein für die Pforzheimer Hütte freuen.