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Farbenfroh und unüberhörbar haben rund 250 Teilnehmer ihre Forderung nach Rettung und Aufnahme von Flüchtlingen in europäischen Häfen gestellt. Foto: Tilo Keller
Farbenfroh und unüberhörbar haben rund 250 Teilnehmer ihre Forderung nach Rettung und Aufnahme von Flüchtlingen in europäischen Häfen gestellt. Foto: Tilo Keller
16.09.2018

250 Teilnehmer bei Seebrücke-Demonstration gegen Strafverfolgung von Flüchtlingshelfern

Pforzheim. Pforzheim solle ein „sicherer Hafen“ für Flüchtlinge werden – diese Forderung an Oberbürgermeister Peter Boch und den Gemeinderat haben Teilnehmer und Redner am Samstag bei einer Kundgebung erhoben. Die anderthalbstündige Demonstration begann um 14 Uhr auf dem Waisenhausplatz, wo sie auch endete. Zwischenzeitlich zogen die nach Polizei-Schätzung bis zu 250 Teilnehmer über Zerrennerstraße, Leopoldplatz, Bahnhofstraße und Schloßberg durch die Stadt.

Retter als Schlepper angeklagt

Veranstalter war die Initiative Seebrücke, die seit Wochen in mehreren deutschen Städten Demons-trationen für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer und das ungehinderte Anlaufen europäischer, vor allem italienischer und maltesischer Häfen mit den Geretteten organisiert. Die bislang größte mit über 10 000 Menschen fand in Hamburg statt. Es dürfe nicht sein, die Retter zu kriminalisieren und als Schlepper vor Gericht zu stellen, sagte am Samstag in Pforzheim als erste Rednerin die evangelische Pfarrerin Nicola Friedrich, nachdem Organisator Steffen Reguse die Teilnehmer begrüßt hatte. Friedrich verwies auf einen deutschen Kapitän, dem dies wegen der Rettung von 230 Flüchtlingen geschehen sei. „Sie ertrinken zu lassen, wäre offenbar nicht verboten gewesen“, so Friedrich. Als weiterer Redner berichtete der Flüchtling Peter Olumese von seiner lebensgefährlichen und langen Reise.

Gewerkschafter, Vertreter der Kirchen, Kommunalpolitiker von SPD, Grünen, der Linken, aus der Flüchtlingsarbeit und des Internationalen Beirats begleiteten den Demonstrationszug durch die Innenstadt. Laut Polizei verlief die Kundgebung friedlich und ohne Zwischenfälle. Vereinzelt äußerten Passanten Unmut über Verkehrsbeeinträchtigungen, weitere quittierten die Forderung der Demo mit Unverständnis, andere hingegen beifällig.