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Vor dem Pforzheimer Amtsgericht musste sich ein 26-Jähriger aus Gambia verantworten. Er hatte Polizisten bei der Schloßkirche beleidigt und angegriffen.  Foto: Ebener/dpa 

26-Jähriger muss wegen Bissattacke und Beleidigungen in Pforzheim ins Gefängnis

Pforzheim. Sieben Monate in Haft muss ein 26-jähriger Mann aus Gambia. Er hatte Anfang August vergangenen Jahres Polizeibeamte im Umfeld der Schloßkirche mit englischen Kraftausdrücken aufs Übelste beleidigt und eine Polizistin – trotz Diensthandschuh – ins Handgelenk gebissen. Es ist nicht das erste Mal, dass er mit dem Gesetz in Konflikt kam.

Die Beamten waren zum Einsatzort gerufen worden, weil ein Mann Steine warf. Sie fanden den Angeklagten mit einem Joint vor. Statt der Papiere gab es bei der der Personenkontrolle Flüche. Die Beamtin trug von den Bissen ein Hämatom davon und wehrte sich schließlich mit dem Schlagstock. Auch die Hundestaffel war im Einsatz. Das Gebell erwiderte der damals aggressive Mann, der voll schuldfähig ist, mit Bellen, was mehrere Zeugen belegten.

Richterin Martina Resch und Staatsanwalt Lothar Drautz waren sich in der Verhandlung am Montag vor dem Amtsgericht in Pforzheim sowohl über das Strafmaß als auch darüber einig, dass eine Bewährungsstrafe nicht mehr in Frage komme. Denn der Mann, der nicht lesen und schreiben kann, eine Vorladung des Gerichts versäumte und nicht anwaltlich vertreten war, hat bereits einiges auf dem Kerbholz, wurde erneut immer wieder straffällig. So gingen noch offene Vorverurteilungen ins Urteil ein. „Sie sind seit acht Jahren in Deutschland, nicht integriert, haben keinen Job, massive Sprachbarrieren und eine negative Sozialprognose“, fasste die Richterin zusammen. Das Gericht und die Staatsanwaltschaft hatten keinen Zweifel daran, würde jetzt kein Riegel vorgeschoben, dann gingen die Straftaten unendlich weiter. „Ich will nicht ins Gefängnis. Ich will arbeiten“, ließ der Mann, der in einer Asylunterkunft im Enzkreis lebt und eine Duldung hat, über eine Dolmetscherin ausrichten. Er sprach die Richterin immer wieder auf Arbeit an. „Ich bin nicht das Arbeitsamt. Wir verhandeln hier eine Straftat“, stellte Resch klar, die ihn wegen des tätigen Angriffs gegen Beamte samt Körperverletzung und Beleidigung verurteilte.