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Lebensgefahr: Auf Waggon geklettert Stromschlag erlitten © Feuerwehr Pforzheim
Lebensgefahr: Auf Waggon geklettert Stromschlag erlitten
13.05.2012

28-Jähriger: Auf Waggon geklettert - Stromschlag erlitten

Dort, wo die Ebersteinstraße auf die Güterstraße trifft, just, wo es hinab geht zur westlichen Bahnhofsunterführung, müsste etwas zu sehen sein, sagt ein Polizist, der zufällig in der Nähe ist – einen Tag, nachdem hier Schreckliches geschehen ist. Eine 28-Jährige wird für immer traumatisiert sein, ihr gleichaltriger Freund für immer gezeichnet – wenn er es überlebt.

Bildergalerie: 28-Jähriger klettert auf Waggon und erleidet Stromschlag

Niedergetretenes Gras zwischen dem hüfthohen Zaun und einem Kesselwaggon auf dem äußersten Gleis des Hauptbahnhofs zeugen vom Rettungseinsatz von Feuerwehrleuten und Kräften des Roten Kreuzes.

15 000 Volt Spannung

Der 28-Jährige war am Samstag, kurz nach 5 Uhr – aus Leichtsinn, wie die Polizei mitteilt – auf einen Waggon geklettert. Er geriet in die Nähe einer Stromleitung und erlitt einen Stromschlag. „Da braucht man nicht mal direkt dranlangen“, sagt der Polizeiführer vom Dienst, „es gibt schon einen Lichtbogenüberschlag mit furchtbaren Folgen.“ Die Fahrleitungen oberhalb der Gleisanlagen stehen unter einer Hochspannung von bis zu 15 000 Volt. Der 28-Jährige erlitt schwerste Brandverletzungen. Seine Begleiterin trug schwere Brandverletzungen an den Händen und einen schweren Schock davon.

Die Rettungskräfte – im Einsatz waren zwei Rettungswagen des DRK, ein Notarzt sowie die Berufsfeuerwehr und die Abteilung Eutingen mit sechs Fahrzeugen und 19 Mann – konnten erst zu dem Schwerverletzten vordringen, nachdem der Notfallmanager der Deutschen Bahn die Stromleitung geerdet hatte. Bis dahin wurde der auf dem Waggon Liegende vom Korb der Drehleiter betreut.

Der Mann wurde sofort in die Spezialklinik für Brandverletzungen in Ludwigshafen verlegt. Es bestand bis zu Redaktionsschluss akute Lebensgefahr.

Die Güterstraße wurde gesperrt. Die Maßnahmen koordinierten Beamte der Polizeidirektion Pforzheim gemeinsam mit der Bundespolizei (früher Bundesgrenzschutz), die für die Bahnhöfe zuständig ist. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen.

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