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Behandlungen eines Pforzheimer Zahnarztes werfen Fragen auf. Symbolbild: Brandt
Behandlungen eines Pforzheimer Zahnarztes werfen Fragen auf. Symbolbild: Brandt
03.12.2015

3. Gutachten: unnötiges Zähneziehen - Für Pforzheimer Zahnarzt wird es eng

Pforzheim. Wenn es so kommt wie bei den ersten beiden Gutachter-Tranchen der Uni Leipzig, müssen sich die Strafverfolgungsbehörden im Fall eines der Körperverletzung und des Betrugs beschuldigten Zahnarztes in Pforzheim bei ihren Ermittlungen und dem Anfertigen der Anklageschrift noch etwas gedulden: Auch gegen die dritte – und letzte – Tranche von zahnärztlichen Expertisen hat der Dentist geklagt.

Denn die Beschlagnahme von Dokumenten durch Polizei und Staatsanwaltschaft sei rechtswidrig, argumentiert erneut der Anwalt des Zahnarztes. Das Amtsgericht Pforzheim erteilte diesem Ansinnen – erneut – eine Abfuhr, weshalb der Anwalt beim Landgericht Karlsruhe Beschwerde einlegte. Das bestätigt auf PZ-Anfrage Andreas Heidrich, Vorsitzender der Auswärtigen Großen Strafkammer. Voraussichtlich bis Weihnachten, so Heidrich, werde die Kammer entscheiden.

In den ersten Fällen hatte das Vorgehen des Zahnarzts jedoch keinen Erfolg: Das Landgericht entschied, dass das beschlagnahmte Material ausgewertet werden durfte. Parallel zu den knapp drei Dutzend Fällen – von rund 100 Fällen insgesamt, die der Polizei bekannt sind –, die von einem Gutachter der Uni Leipzig untersucht werden, durchleuchtete nach PZ-Informationen auch die Kassenzahnärztliche Vereinigung in Mannheim die Vorkommnisse in Pforzheim. Und der Gutachter dort soll noch eindeutiger als der Universitäts-Kollege in Leipzig zu dem Schluss gekommen sein: In einer überwiegenden Zahl der Fälle wurden Zähne ohne medizinischen Grund gezogen und durch teure Implantate ersetzt – in Einzelfällen bis zu 17 Zähne auf einmal. Die Kostenvoranschläge beliefen sich in Einzelfällen bis auf 50 000 Euro.Mehr lesen Sie am Freitag in der „Pforzheimer Zeitung“.