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Genießen die Aussicht in den Benckiserpark: Oberbürgermeister Peter Boch, der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum, Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast, Architekt Matthias Siegert (Büro Von M) und Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn (von links). 

3 Jahre, 4,1 Millionen Euro, 1220 m² - und jetzt: Riesige Freude im sanierten Haus der Jugend

Pforzheim. "Seit Jahren bietet das 1949 erbaute Haus der Jugend ein breites Spektrum an Kinder- und Jugendprogrammen wie die Spielkiste oder das JugendCafé", schreibt die Stadt Pforzheim in ihrer Pressemitteilung. Doch zuletzt war es all dies nicht mehr, drei Jahre lang wurde es saniert - und am Montag nun feierlich wiedereröffnet.

Frisch renoviert und räumlich erweitert ist es bereit für weitere Jahre Kinder- und Jugendarbeit. Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch eröffnete das Haus der Jugend gemeinsam mit Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, Sozialbürgermeister Frank Fillbrunn, Pforzheims Bundestagsabgeordneten Katja Mast und Gunther Krichbaum sowie Vertretern des Stadtjugendrings Pforzheim.

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Bildergalerie

Nach drei Jahren Sanierung: Eröffnungsfeier des Hauses der Jugend

Der Blick zurück:

Auftakt der Sanierung machten im Jahr 2015 mehrere Partizipationsworkshops und die Entwicklung eines Raumprgramms durch den Stadtjugendring. Ende 2015 bewarb sich die Stadt Pforzheim schließlich beim Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“. Nach dem Baubeginn im Frühjahr 2017 konnte die Sanierung im November 2019 erfolgreich abgeschlossen werden - später als gedacht, für mehr Geld als erwartet. Das geplante Investitionsvolumen lag bei 3 Millionen Euro, davon übernimmt der Bund 2,7 Millionen Euro. Die entspricht einer Förderung von 90 Prozent der ursprünglichen Investitionssumme. Im Wesentlichen aufgrund der starken Baukonjunktur und der maroden Bausubstanz kam es während der Bauzeit zu einer Steigerung der Baukosten, sodass die Stadt derzeit von einer Gesamtsumme von rund 4,1 Millionen ausgeht.

Der Blick in die Zukunft:

Mit einer neuen Gesamtfläche von 1220 Quadratmetern präsentiert sich das sanierte und erweiterte Haus der Jugend 350 Quadratmeter größer als zuvor. Neben konzeptionellen und programmatischen Weichenstellungen konnten durch die Sanierung der alten Bausubstanz und die Aufstockung auch bauliche Innovationen umgesetzt werden. So wurde der Brandschutz entscheidend verbessert sowie Feuchtigkeitsprobleme und Schadstoffe wie künstliche Mineralfaser beseitigt. Dach, Fenster und Fassaden wurden energetisch saniert sowie der Schallschutz zwischen verschiedenen Räumlichkeiten verbessert.

Bei der Auswahl technischer Konzeptionen, etwa bei der Anwendung der Nachtauskühlung anstelle einer mechanischen Be- und Entlüftung, wurde der Aspekt der Nachhaltigkeit betont. Bauphysikalisch wurde das Gebäude an die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) angepasst. Beim Aufzug, der Behindertentoilette und der internen Erschließung wurde die Barrierefreiheit entscheidend erhöht, leichte Trennwände ermöglichen eine flexible Raumgestaltung. Beim Bau wurden möglichst Materialien verwendet, die den Bedürfnissen der Jugendarbeit gerecht werden.

Und warum ist das Haus der Jugend so wichtig?

Über Jahre war das Haus der Jugend eines der dringendsten Sanierungsprojekte der Stadt Pforzheim. Die Einrichtung spielt eine zentrale Rolle für die Ermöglichung zeitgemäße und zukunftsorientierte Jugendarbeit, die Integration und Inklusion in den Mittelpunkt stellt. Jedoch war die Substanz des ab 1949 schrittweise erweiterten Gebäudes marode, Sanierungen konnten aufgrund der angespannten Finanzlage nur notdürftig durchgeführt werden. Gerade angesichts des hohen Anteils Jugendlicher mit Migrationshintergrund in der Weststadt und fehlender Flächen vor dem Hintergrund sich stetig fortentwickelnder sozialpädagogischer Konzepte in der offenen Jugendarbeit war Handlungsbedarf gegeben.

Wie sich die Festredner äußerten, lesen Sie am Dienstag in der "Pforzheimer Zeitung" und sehen Sie schon jetzt im Instagram-Account pznews.